Stasi-Mann

Ex-Polizeisprecher klagt gegen Entlassung

Nachdem er im rbb öffentlich seine Tätigkeit als IM zugegeben hatte, wurde der damalige Pressesprecher der Cottbuser Polizei, Berndt Fleischer, entlassen. Jetzt will der 59-Jährige seinen Job zurück - oder Geld.

Der wegen Stasi-Mitarbeit gekündigte ehemalige Pressesprecher der Cottbuser Polizei, Berndt Fleischer, klagt gegen seine Entlassung. Das Arbeitsgericht Cottbus hat für den 19. April eine Güteverhandlung geplant, teilte eine Gerichtssprecherin am Donnerstag mit. Dabei könne es um eine Weiterbeschäftigung oder um eine Abfindung gehen. Falls sich das Land und der frühere Sprecher nicht einigen, kommt es einige Wochen später zur Kammerverhandlung. (Az.: 1 Ca 410/11).

Der 59 Jahre alte Fleischer hatte Mitte Februar nach Berichten des rbb-Magazins „Klartext“ seine frühere Tätigkeit als Informeller Mitarbeiter (IM) für die DDR-Staatssicherheit zugegeben. Er räumte bei einer Anhörung im Innenministerium in Potsdam ein, eine Verpflichtungserklärung als IM „Fritz“ unterzeichnet zu haben. Zuvor hatte Fleischer dies immer bestritten.

Der TV-Bericht entstand nach Einsicht in Opferakten. Demnach soll Fleischer zu DDR-Zeiten im Cottbuser Gefängnis, wo vor allem politischen Häftlinge eingesperrt waren, als Wärter und sogenannter Erzieher gearbeitet haben.