Erneuerung

Beyer will neuer Chef der Brandenburg-FDP werden

Interne Querelen, Wahlniederlagen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz – ein Umbau von Brandenburgs FDP ist überfällig. Generalsekretär Gregor Beyer will seine Partei erneuern – und zwar als Landesparteichef.

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Gregor Beyer kündigte am Montag in Potsdam an, am kommenden Wochenende beim Landesparteitag der FDP als Landesvorsitzender zu kandidieren. Der 42-Jährige will Nachfolger von Heinz Lanfermann werden. Der 60-Jährige hatte im Januar seinen Rücktritt angekündigt.

Beyer hat auch schon genaue Vorstellungen davon, wie es unter seiner Regie laufen könnte: Die Landtagsabgeordnete Linda Teuteberg soll seine Stellvertreterin werden. Ferner sollen der Lausitzer Bundestagsabgeordnete Martin Neumann und der Kreisvorsitzende des Märkisch-Oderland Heiko Krause der Parteispitze angehören. Marion Vogt sieht er weiterhin als Schatzmeisterin. Die Stelle des Generalsekretärs könne unbesetzt bleiben, so Beyer.

Wichtig sei es ein Team aufzustellen, dass den Herausforderungen gewachsen ist, so Beyer. Nach seiner Ansicht ist ein struktureller Umbau seiner Partei dringend nötig. Dafür wünscht er sich auf dem Landesparteitag vor allem eine Grundsatzdiskussion darüber, was Liberalismus für das Land Brandenburg bedeutet.

Neben den Wahlen soll unter anderem über die Bildungs- und Energiepolitik samt Windkraftanlagen und CCS-Technologien diskutiert werden. Beyer will nach der Reaktor-Katastrophe gründlich über eine Lösung nachdenken, erste Reaktionen wie das von der schwarz-gelben Bundesregierung einberufene Atom-Moratorium hielt er für voreilig.

Weitere Themen des Landesparteitages sollen die BBI-Flugrouten sowie die Gesundheitspolitik sein. Die jungen Liberalen wollen außerdem über Veränderungen im Apothekenwesen diskutieren. Nach dem Desaster seiner Partei auf Bundesebene will sich Beyer zunächst auf die Aufgaben im Land konzentrieren. „Unser Ziel muss es sein, unsere Prozente zu erarbeiten“, betonte er. Über einen möglichen Rücktritt Guido Westerwelles wollte sich der brandenburgische FDP-Politiker nicht äußern. Er bezweifelte jedoch, dass eine Doppelbelastung als Bundesaußenminister und Parteichef weiterhin funktioniere