Deutsche Bahn

Zweijährige allein im Zug – Mutter ausgesperrt

Ein kleines Mädchen ist in Brandenburg während einer Zugfahrt von seiner Mutter getrennt worden und musste die Reise allein fortsetzen. Die Waggontüren wurden zu schnell geschlossen, der Schaffner weigerte sich, sie wieder zu öffnen.

Ein zweijähriges Mädchen musste am Freitag eine längere Bahnfahrt ganz allein von Pritzwalk (Prignitz) nach Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin) überstehen.

Nach einem Bericht der „Märkischen Allgemeinen“ schlossen sich die Türen des Zuges der Deutschen Bahn, bevor die Mutter ihr Kind aus dem Waggon heben konnte. Die Frau war gerade dabei, den Kinderwagen aus dem Zug zu heben, als ein gehbehinderter Mann ausstieg. Noch bevor sie ihr Kind nachholen konnte, schlossen sich die Türen. Der Zug fuhr Richtung Neuruppin ab. Noch auf dem Bahnsteig habe sich die Mutter sofort an einen Bahnmitarbeiter gewandt. Doch er habe es mit Verweis auf den Fahrplan abgelehnt, den Zug zu stoppen.

Die Wittenbergerin soll auf dem Weg zu einem Verwandtenbesuch gewesen sein. Das Kind soll während der Fahrt ohne Mutter von Zugbegleiterin betreut worden sein. „Wegen des Streiks musste das Kind bis Neuruppin fahren. Dorthin fuhr Pritzwalks Polizei die Mutter, die ihr Kind wohlbehalten zurückbekam“, berichtet das Blatt.

Die Polizei in Perleberg (Prignitz) bestätigte den Vorfall und den hilfreichen Einsatz der Kollegen. Auch die Bahn kannte den Vorfall. Warum der Zug in Pritzwalk abgefahren sei, obwohl die Mutter ihr Kind noch nicht im Arm gehalten habe, sei allerdings noch nicht klar, meinte eine Sprecherin.