Speers Verschwörungstheorie

Jetzt sind die Notebook-Diebe schuld

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Brandenburgs Innenminister Rainer Speer (SPD) geht in die Offensive: Er sieht einen Zusammenhang zwischen dem Diebstahl seines privaten Laptops und den Vorwürfen gegen ihn wegen Vetternwirtschaft.

Brandenburgs Innenminister Rainer Speer (SPD) schließt einen Zusammenhang zwischen aktuellen Vorwürfen gegen ihn und dem Diebstahl seines privaten Laptops vor gut einem Jahr nicht aus. „Einen solchen Zusammenhang halte ich jedenfalls für wahrscheinlich“, wurde Speer von Spiegel Online am Freitag zitiert. Er glaube nicht mehr an einen Zufall. Er habe am 30. Oktober 2009 - damals war er Finanzminister - den Verlust seines privaten Notebooks bemerkt. Es sei vermutlich aus dem Dienstwagen gestohlen worden.

Die Opposition wirft Speer Vetternwirtschaft vor. Er soll ein 110 Hektar großes Areal bei Potsdam zu billig an einen Investor verkauft haben. Dadurch sollen dem Land Millionensummen entgangen sein. Am vergangenen Donnerstag war der Grundstücksverkauf Thema im Haushaltskontrollausschuss des Brandenburger Landtags. Speer wies dort den Vorwurf zurück, dem Land sei ein Schaden entstanden.

Zum Diebstahl sagte der Minister Spiegel Online: Er habe der Polizei damals angegeben, auf dem Computer befänden sich private und auch dienstliche Daten. „Es handelt sich um private und dienstliche E-Mails, dienstliche Unterlagen, Material der SPD des Landes sowie der Vereine, in denen ich ehrenamtlich tätig bin“, berichtete Speer. Er könne aber ausschließen, dass sich auf dem Rechner Verschlusssachen befunden hätten.

Er rate jedem davon ab, das Material zu verwenden. „Es ist illegal beschafftes Material aus einem dreisten Diebstahl. Ich habe aber Anhaltspunkte dafür, dass es offenbar auf dem Hehlermarkt angeboten wird und mögliche Abnehmer kontaktiert wurden.“ Zum Schutz seiner Privatsphäre habe er den Berliner Anwalt Johannes Eisenberg eingeschaltet. „Einen Einbruch in meine Privatsphäre mit Hilfe von illegal verschafftem Material werde ich keinesfalls hinnehmen.“ Speer stellte zudem fest, er sei nicht erpressbar.