Theater Ost

„Auf Sendung“: Neue Schau zur Adlershofer Fernsehgeschichte

| Lesedauer: 3 Minuten
Sibylle Haberstumpf
Die neue Ausstellung „Auf Sendung!“, hier noch im Eiersaal in Adlershof, ist ab dem 15. Januar 2023 im Theater Ost in Adlershof dauerhaft zu sehen.  

Die neue Ausstellung „Auf Sendung!“, hier noch im Eiersaal in Adlershof, ist ab dem 15. Januar 2023 im Theater Ost in Adlershof dauerhaft zu sehen.  

Foto: Sibylle Haberstumpf / Berliner Morgenpost

Von der Fernsehgeschichte in Adlershof erzählt eine neue Ausstellung. Zur Eröffnung gibt es am 15. Januar 2023 ein Benefiz-Konzert.

Berlin.  Vor 70 Jahren schrieb Adlershof Fernsehgeschichte: Ende Dezember 1952 nahm das Fernsehzentrum Berlin als erster deutscher Sender mit einem öffentlichen Tagesprogramm seinen regulären Sendebetrieb in der DDR auf. An die große Faszination, die vom Medium Fernsehen ausging, erinnert nun die Ausstellung „Auf Sendung!“, entwickelt von den Kinderbuchautoren Claudia Opitz und Sebastian Köpcke (beide 55).

Es sind rund 20 Schautafeln mit Text und Fotos, für deren Recherche die beiden Macher Zeitzeugen aus der Filmbranche gesucht und befragt haben. „Es waren Fernsehmacher mit Herzblut“, sagt Claudia Opitz. Viele junge Leute waren damals dabei, heute freilich über 90 Jahre alt, aus unterschiedlichsten Berufen, die das „neue Medium“ ausprobierten, so Opitz. „Die Tür zum Universum Fernsehen war aufgestoßen.“

Der Architekt Wolfgang Wunsch hatte in Adlershof einen großen Gebäudekomplex an der heutigen Moriz-Seeler-Straße entworfen. Neben dem markanten Sendeturm setzte auch das erste und einzige deutsche Fernsehtheater einen baulichen Akzent. Da es in den ersten Jahren noch keine technische Möglichkeit zur Aufzeichnung gab, wurden Theater-, Musik- und Unterhaltungssendungen ab Dezember 1954 aus dem großen Saal direkt übertragen. Die wöchentliche Sendezeit lag damals bei etwa 15 Stunden. Im Dezember 1972, 20 Jahre später, waren es fast 120 Stunden.

Viele Sendeformate blieben jahrzehntelang bestehen

„Das Fernsehen der DDR hat sowohl begeistert als auch Widerspruch geweckt“, sagt Opitz. Insbesondere sei es aber auch „strukturgebend“ gewesen. „Viele Sendeformate blieben jahrzehntelang bestehen.“ Als staatliches Fernsehen der DDR den politischen Leitlinien verpflichtet, entstand ein Programm, bei dem neben Information und Unterhaltung gleichwohl künstlerische Qualität und hoher Bildungsanspruch maßgeblich waren.

Mit dem Ende der DDR war auch das Fernsehen in Adlershof erst einmal am Ende. Heute ist die „Medienstadt Adlershof“ allerdings wieder ein wesentlicher Bestandteil der deutschen TV-Szene. Neben Studio Berlin sind rund 200 Medienunternehmen vor Ort ansässig. Der Fernsehfundus und das Sandmann-Archiv haben in Adlershof auch heute weiterhin ihren Sitz. Und im einstigen Fernsehtheater bringt das Theater Ost Kunst und Kultur auf die Bühne.

Benefiz-Konzert zugunsten kleiner Bühnen im Theater Ost

„Auf Sendung!“ wurde im historischen „Eiersaal“ in Adlershof eröffnet. Ab Sonntag, 15. Januar, ist sie dauerhaft im Theater Ost, Moriz-Seeler-Straße 1, 12489 Berlin zu sehen. Ab 17 Uhr findet dann im Theater Ost ein Benefiz-Konzert statt zugunsten kleiner Spielstätten in Berlin, die immer noch mit den Auswirkungen der Coronakrise zu kämpfen haben. Mit dabei sind unterschiedliche Gruppen, unter anderem „Andrej Hermlin and his Swing Dance Orchestra“ oder die „Berliner Vocaphoniker“.

Danach sind die Öffnungszeiten im Theater Ost montags 14-19 Uhr und donnerstags 13-18 Uhr.