Pandemie

Köpenicker Altstadt abgesperrt wegen Corona-Protesten

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Lea Hensen
Vor dem Rathaus in der Altstadt fanden sich 40 Teilnehmer zu einer solidarischen Menschenkette zusammen und protestierten gegen die Verbreitung von Verschwörungsideologien in der Pandemie.

Vor dem Rathaus in der Altstadt fanden sich 40 Teilnehmer zu einer solidarischen Menschenkette zusammen und protestierten gegen die Verbreitung von Verschwörungsideologien in der Pandemie.

Parallel zu den Demonstrationen vor dem Rathaus am Montagabend zog eine weitere Gruppe vom Köpenicker S-Bahnhof in Richtung Altstadt.

Berlin. Am Montagabend hat es in Köpenick erneut Proteste im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie gegeben. So fanden sich vor dem Rathaus in der Altstadt 40 Teilnehmer zu einer solidarischen Menschenkette zusammen und protestierten gegen die Verbreitung von Verschwörungsideologien in der Pandemie. Diesem stillen Protest standen laut Polizeiangaben zufolge am Luisenhain rund 300 Menschen gegenüber, die sich selbst „Montagsspaziergänger“ nennen und seit Anfang Januar an vielen Orten unangemeldet gegen die Corona-Maßnahmen demonstrieren.

Parallel zu den Demonstrationen vor dem Rathaus zog eine weitere Gruppe mit rund 150 sogenannten „Spaziergängern“ vom Köpenicker S-Bahnhof Richtung Altstadt. Die Polizei löste beide Gruppen gegen 20 Uhr auf, dazu musste vorübergehend die Lange Brücke gesperrt werden und es kam zu Staus, weil Autos und Straßenbahn die Köpenicker Altstadt nicht verlassen konnten. Das „Bündnis Menschenkette für Solidarität“ hatte die Gegenaktion am dritten Montag in Folge vor dem Rathaus Köpenick ausgerichtet.

„Wir wollen die Treppe des Rathauses, ein Ort der Demokratie, von den „Spaziergängern“ freihalten“, erklärte ein Sprecher des Bündnisses. Ihn mache es besonders betroffen, dass sich in Köpenick Menschen aus der Nachbarschaft versammelten, die die Pandemie gespalten hat. Der Protest sei bewusst friedlich und nicht auf Konfrontation ausgerichtet, damit „sich der ein oder andere Spaziergänger vielleicht doch noch überlegt, auf wessen Seite er geht“. In einzelnen Redebeiträgen lasen die Demonstranten Schilderungen von Intensivpflegern auf Corona-Stationen vor, oder richteten das Wort direkt an die Corona-Leugner. „Schaut euch genau an, neben wem ihr heute Abend steht“, sagte ein Redner.

Dem Bündnis zufolge waren einige „Spaziergänger“ der AfD sowie den rechtsextremen Parteien III. Weg und NPD angehörig. Laut dem SPD-Abgeordneten Lars Düsterhöft, der mit dem bezirklichen Bündnis für Demokratie vor zwei Wochen die erste Gedenkdemo für die Corona-Toten im Berliner Südosten ausgerichtet hatte, haben auch in den letzten Wochen immer wieder Funktionäre von rechtsextremer Gruppen vor dem Köpenicker Rathaus demonstriert.


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