Strandbad Müggelsee

Grütters gratuliert zum Baustart am Müggelsee-Strand

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Sibylle Haberstumpf
Monika Grütters und Oliver Igel vor dem Strandbad.

Monika Grütters und Oliver Igel vor dem Strandbad.

Foto: Sergej Glanze

Die Sanierung des Strandbads Müggelsee hat begonnen. Die Baukosten belaufen sich auf rund 12,6 Millionen Euro.

Berlin. Die Bauarbeiten im Rahmen der Sanierung des Strandbads Müggelsee haben am Mittwoch im Beisein von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) und Bezirksbürgermeister Oliver Igel (SPD) begonnen.

Die Kulturstaatsministerin stieg am Mittwoch – passenderweise zu den Strophen des Liedes „Somewhere beyond the Sea“ – die imposante Freitreppe des denkmalgeschützten Gebäudeensembles herunter und bewunderte die Sicht auf den Müggelsee. Der größte See Berlins liegt in Treptow-Köpenick – und die seit Jahren geplante Sanierung des historischen Strandgebäudes ist eine große Herausforderung. „Toll, dass ich diese Treppe noch einmal so schön hinunterschreiten kann, denn bald geht das ja nicht mehr“, sagte Grütters. Das stimmt, denn die Stahlbeton-Konstruktion wird demnächst abgerissen und durch eine neue ersetzt.

Grütters, sonst eher selten in Köpenick zu Gast, kam auf Einladung von Bezirksbürgermeister Oliver Igel (SPD) an den Müggelsee – zur Feier des Baustarts. Wenn eine Badestelle saniert wird, kommt für gewöhnlich nicht die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) vorbei. Doch hier liege der Fall anders, betonte Grütters: „Dieses Bauvorhaben ist ja etwas Außergewöhnliches.“ Das Strandbad Müggelsee ist sozusagen von nationalem Interesse – „es ist ein national wertvolles Denkmal“, sagte die Kulturstaatsministerin. Es liege für viele Menschen direkt vor der Haustür, lade zur Erholung ein und sei daher „enorm wichtig“.

Denn nicht jeder könne sich eine große Urlaubsreise leisten. Und der Müggelsee mit seinem schönen Sandstrand sei mit südlichen Gefilden durchaus vergleichbar, merkte Grütters an. Nicht umsonst sei er auch als die „Riviera des Ostens Berlins“ bekannt. Oliver Igel sagte, auch mit Blick auf die lange Zeit, die während der Beratungen und Planungen vergangen sei: „Über allem steht, dass wir als Bezirk diesen Erholungswert hier erhalten wollen, dass die Menschen bei freiem Eintritt ein wunderschönes Naherholungsgebiet nutzen können, müllfrei und mit Atmosphäre.“ Für viele Menschen sei „Müggelsee statt Mallorca“ eine echte Urlaubsalternative. In dem mehr als 90 Jahre alten Strandbad waren im Juni die Bagger angerollt, saniert wird es bei laufendem Betrieb. Offiziell ist das Strandbad seit 2006 eine kostenlose Badestelle des Bezirks und wird nicht mehr bewirtschaftet von den Bäderbetrieben. Grütters, die einen Tag zuvor das millionenschwere Humboldt Forum in Mitte eröffnet hatte, zitierte den Schriftsteller Theodor Fontane: Schon in dessen Aufzeichnungen sei vom sonnigen „Müggelseezauber“ die Rede. „Schöner können wir’s auch nicht sagen“, meinte die Politikerin.

Die seit Jahren geplante Sanierung des historischen, mächtig maroden Komplexes kostet mehr als 12 Millionen Euro. „Der Zustand war, wie wir festgestellt haben, noch schlechter als erwartet“, sagte Oliver Igel. Der Bund gibt vier Millionen Euro dazu, den Großteil der Summer das denkmalgerechten Sanierung Bis 2024 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. „Ein ambitionierter Zeitplan, fast schon verwegen, wie ich finde“, bemerkte Grütters, wünschte aber viel Glück. „Das Geld steht bereit, gebaut werden muss jetzt hier vor Ort.“