Treptow-Köpenick

HTW bekommt 2,9 Millionen Euro für KI-Forschung und Lehre

| Lesedauer: 4 Minuten
Lea Hensen
Ein Roboter interagiert mit einer Frau: Die HTW erhält 2,9 Millionen Euro für KI-Forschung

Ein Roboter interagiert mit einer Frau: Die HTW erhält 2,9 Millionen Euro für KI-Forschung

Foto: Axel Heimken / dpa

Berlins größte Fachhochschule will mit den Geldern unter anderem Forschung bündeln und vernetzen und einen neuen Masterstudiengang einrichten

Berlin. Die Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW Berlin) erhält 2,9 Millionen Euro aus Förderprogrammen des Bundes für Künstliche Intelligenz (KI) in Forschung und Lehre. In zwei gekoppelten Projekten baue sie ab Oktober eine forschungsorientierte KI-Werkstatt auf, teilte die Hochschule mit. Ab Januar 2022 soll eine interdisziplinäre Lehr-Werkstatt folgen. Davon profitierten insbesondere Forschende und Studierende, aber auch Praxispartner und Unternehmen.

„Wir freuen uns sehr über diesen großen Erfolg. Mit der KI-Werkstatt schafft die HTW Berlin einen Ort für das gemeinsame Lehren, Forschen und Anwenden von KI-Technologie“, sagt HTW-Vizepräsident Tilo Wendler. Ein Spitzenrechencluster und ein KI-Showroom sollen die KI-Forschung der einzelnen Fachbereiche künftig vernetzen.

KI im „Internet of Things“: Vernetzung physischer und virtueller Objekte

Der Showroom soll Künstliche Intelligenz für das Internet of Things (IoT) aufgreifen, also die Vernetzung von physischen und virtuellen Objekten, die dann durch Informations- und Kommunikationstechniken zusammenarbeiten, aber auch KI in der Medizin, in Gestaltung, Kunst und Kultur und für die nachhaltige und smarte Stadt der Zukunft. Zudem stehe die gemeinsame Infrastruktur dann auch für Nachwuchskräfte, Studierende und Gründungsinteressierte zur Verfügung und könnte für KI-Projekte in Kooperation mit lokalen Unternehmen genutzt werden, sagt die HTW.

Lesen Sie auch:

Treptow-Köpenick übergibt Gründerzentrum an HTW

Nur noch ein Campus für Berlins größte Fachhochschule?

HTW-Präsident: „Die Atmosphäre hier regt zu Gründungen an“

„Wir ermöglichen mit der KI-Werkstatt, KI auf höchstem wissenschaftlichen Niveau zu lehren und zu erforschen. Durch Lehr- und Weiterbildungsangebote fördern wir zudem KI-Talent für den Standort Berlin“, sagt Erik Rodner, Professor für Machine Learning am Fachbereich Technik und Leben. „Die KI-Werkstatt wird die fachliche Vielfalt der HTW Berlin spiegeln: Nah an den Daten und damit nah an den Anwendungen und Menschen dahinter – von KI im Digital Engineering und der Genomsequenzierung bis zu KI-Ansätzen für die Personalentwicklung und künstlerischen Gestaltung“, ergänzt Frank Neumann, Professor für Ingenieurinformatik.

Investitionen in Forschungsgeräte und neue Professur

Für die KI-Werkstatt erhält die HTW Berlin zunächst fast 900.000 Euro aus dem Programm „KI-Nachwuchs@FH“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Damit fördert das BMBF strategische, flexible und langfristige Investitionen in Forschungsgeräte, Forschungsanlagen und Demonstratoren. Ziel ist es, attraktive Arbeits- und Forschungsbedingungen für den wissenschaftlichen Nachwuchs im Bereich Künstliche Intelligenz zu schaffen und zu bündeln.

Ab Januar 2022 folgt die „KI Lehr-Werkstatt Interdisziplinär“, für die rund zwei Millionen Euro für eine Projektdauer von vier Jahren über das BMBF-Programm „Förderung der Künstlichen Intelligenz in der Hochschulbildung“ bereitstehen. Geplant ist unter anderem ein Austauschforum für die KI-Lehre an der HTW Berlin und die Einrichtung einer KI-Professur für einen neuen Masterstudiengang an der Schnittstelle von Ingenieurwesen und IT.

Chatbots könnten zukünftig Studierenden helfen

Um KI-Kompetenzen in der Breite an Studierende zu vermitteln, soll ein systematischer KI-Lehrkanon erarbeitet werden. Weiterhin sei geplant, mittels KI E-Learning-Angebote und Lehrveranstaltungen zu evaluieren und mit Chatbots und Dialogsystemen Studierenden künftig Unterstützung während bestimmter Studienphasen anzubieten.

Die HTW Berlin hatte mit ihrem Projektantrag ein 32-köpfiges Auswahlgremium unter dem Vorsitz von Andrea Grimm, Aufsichtsrat IBM Deutschland GmbH, überzeugt. Dem Gremium gehörten 25 im Bereich der Künstlichen Intelligenz, der Hochschuldidaktik und der Fachwissenschaften ausgewiesene Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft, zwei Vertreterinnen der Studierenden sowie je zwei Vertreterinnen und Vertreter des Bundes und der Länder an. Die Fördermittel werden jeweils im Verhältnis 90:10 vom Bund und vom Sitzland der jeweiligen Hochschule getragen.