Einkaufszentrum

Forum Köpenick rüstet sich für „Operation am offenen Herzen“

Drei Jahre Umbau im Forum Köpenick bei laufendem Betrieb: Eine der größten Malls Berlins wird für 15 Millionen Euro modernisiert.

Das Forum Köpenick wird in den kommenden drei Jahren erheblich umgebaut. 

Das Forum Köpenick wird in den kommenden drei Jahren erheblich umgebaut. 

Foto: Jörg Krauthöfer / FUNKE Foto Services

Berlin. Im Einkaufszentrum „Forum Köpenick“ hat Center-Manager Uwe Eigenbrod alles im Blick. „Da ist ein Kaffeebecher umgekippt, bitte gleich aufwischen“, ruft er einer Service-Mitarbeiterin zu. Das Forum an der Bahnhofstraße ist ein Einkaufsmagnet im Südosten Berlins – und gehört mit 130 Geschäften auf drei Etagen auch berlinweit zu den größten Malls. Etwa 20.000 Menschen kommen pro Tag durchschnittlich hierher, in Pandemie-Zeiten etwa 7000 weniger.

Nun rüstet sich das 40.000-Quadratmeter-Haus für einen Großumbau: 15 Millionen Euro steckt die Deutsche Immobilien-Gruppe (DI-Gruppe), die das Forum 1997 eröffnet hat und seitdem managt, in die Modernisierung. Trotz Corona-Krise hat die Neugestaltung jetzt planmäßig begonnen. Die ersten Handwerker sind im Haus und entkernen das Untergeschoss. „Wir arbeiten uns von unten Stück für Stück nach oben und werden alle Bereiche anfassen“, sagt Eigenbrod. Zweieinhalb bis drei Jahre soll der Umbau dauern. Das Forum bleibt dabei immer geöffnet.

Forum Köpenick: Entkernung im Untergeschoss besonders komplex

Allein in das Untergeschoss fließen sieben Millionen Euro, denn hier ist die Entkernung besonders komplex. Schließen muss dort erst einmal der Rewe-Supermarkt. Darin steckt die meiste Elektronik, unter anderem die Tiefkühlsysteme. Der Markt wird seine Fläche von 2500 auf 3200 Quadratmeter vergrößern. Letzter Verkaufstag ist Silvester 2020. Erst mehrere Monate später, im Herbst 2021, macht Rewe wieder auf. „Das wird eine harte Zeit“, sagt Eigenbrod mit Blick auf die Kunden, die das Center gerade auch wegen des Supermarktes ansteuern.

Gerade erst am 6. Oktober 2020 geriet das Forum Köpenick durch einen Zwischenfall plötzlich in die Schlagzeilen: Spezialeinsatzkräfte der Polizei wurden zur Mall gerufen und nahmen einen Tatverdächtigen fest , der vorher stundenlang Kunden und Beschäftigte in einer Bankfiliale bedroht hatte. Eine Ausnahmesituation für den Center-Manager und seine Mitarbeiter. Jetzt dagegen steht dem Center eine wesentlich längere, schwere Zeit bevor. Eine Baustelle im Haus sei eine schwierige Situation, sagt Eigenbrod. „Das ist eine Operation am offenen Herzen.“

Ab Sommer 2021 neues Gastronomie-Angebot im Forum Köpenick

Es werde Lärm geben, etwa wenn Bodenbeläge ausgetauscht werden. Sehr laute Arbeiten würden extra in die späteren Abendstunden verlegt werden, um die Kunden und Mitarbeiter nicht zu sehr zu stören. Belastend sind die Einnahmeverluste, die viele Ladenbetreiber wegen der Corona-Krise hinnehmen müssen. Besonders harte Ausfälle verzeichnen, nicht überraschend, die beiden Reisebüros und der Ticketschalter, der momentan geschlossen ist.

„Umbau und Pandemie zusammen, das hat sich keiner gewünscht“, resümiert Eigenbrod. Extrem hart sei die pandemiebedingte Schließung der 15 Gastronomiebetriebe. Ab Sommer 2021 soll ein neues Angebot in der bisherigen „Schlemmer-Oase“ geschaffen werden, auch mit neuem Mobiliar.

Neuer Mieter im Forum Köpenick wird ein Händler für Tierfbedarfsartikel

Auch neu: Im Untergeschoss wird auf 900 Quadratmetern ein Non Food-Händler einziehen, der auch Tierbedarfsartikel führt. Zudem wird „Spiele Max“ Mitte 2021 vom Obergeschoss ins Untergeschoss ziehen. Die Arbeiten beginnen ebenfalls im Dezember, die Neueröffnung des Fachhändlers für Babyausstattung, Spielzeug und Mode auf der neuen Ladenfläche soll dann im Herbst 2021 sein.

Und zwei zusätzliche Aufzüge werden eingebaut, die vom Erd- ins Untergeschoss führen. Das bedeutet Aufwand. „Aufzüge sind ja kein Katalogprodukt, sondern werden speziell angefertigt“, erklärt Eigenbrod. Auch die Zufahrt zum Parkhaus – bisher ziemlich umständlich – soll verbessert werden. Von der Bahnhofstraße ist eine neue Linksabbiegespur zum Parkhaus geplant. Die Baumaßnahme ist beantragt, aber noch nicht genehmigt. Im Parkhaus gibt es 1300 Stellplätze. Vier E-Ladestationen sollen dort möglichst bald gebaut werden.

„Auf dass diese Zeit bald vorbei geht!“

Ob es Verzögerungen beim Umbau gibt, wird auch von Corona abhängen. „Alles ist abhängig vom Fortgang der Pandemie“, räumt Christian Plöger, Sprecher der DI-Gruppe, ein. Ob es etwa zu Handwerkerausfällen wegen der Krise komme, könne niemand vorhersagen. Auf einem Schild vor einem Hobby-Laden im Untergeschoss steht in roter Handschrift: „Liebe Kunden, bleiben Sie gesund! Auf dass diese Zeit bald vorbei geht!“

Obwohl noch an letzten Details gefeilt werde, steht für Benedikt Jagdfeld, Chef der DI-Gruppe, bereits fest: Das Köpenicker Forum soll nach dem Umbau eines der „modernsten Shopping-Center Berlins“ werden. Die Deusche Immobilien-Gruppe (früher Fundus-Gruppe) managt neben dem Forum unter anderem das „Lio“ in Lichterfelde oder das „Rathaus-Center Pankow“ – und verantwortet auch das Nobelhotel Adlon Kempinski.