Ausflugs-Tipp

Frische Luft tanken - und immer an der Dahme entlang

Auf dem weiten Weg von Grünau nach Schmöckwitz kann man die Tour jederzeit mit der Tram 68 abkürzen.

Bunte Blätter, blaues Wasser: die Dahme am Übergang zum Seddiner See in Berlin-Schmöckwitz.

Bunte Blätter, blaues Wasser: die Dahme am Übergang zum Seddiner See in Berlin-Schmöckwitz.

Foto: imago images/Jürgen Ritter

Berlin. Gegenüber vom S-Bahnhof Grünau, vorbei am Imbiss-Bistro „Palme“, führt die Büxensteinallee quer durch ein Wäldchen und endet an der Regattastraße gegenüber des legendären Ausflugslokals Riviera. Dort soll nun nach jahrelangem Leerstand ein edles Seniorenheim entstehen. Rechts führt die Regattastraße an zum Teil wunderschön verwinkelten Gebäuden von Rudervereinen vorbei. Links liegt auch die historische Regattastrecke Berlins, schon zu den Olympischen Spielen 1936 waren hier die Wassersportler aktiv.

Links taucht ein beeindruckender Backsteinbau auf: das ehemalige Funkhaus Grünau, Baujahr 1930, das seit dem Mauerfall vor immer mehr verfällt und seit einigen Jahren in Privatbesitz ist. Ein paar Meter weiter beginnt das langgezogene Areal des Wald- und Strandbades Grünau. Es ist das älteste Strandbad Berlins und wurde jüngst von einem neuen Betreiber übernommen, der fleißig investiert hat. Nun kann man auch in der kalten Jahreszeit zum Strandbad kommen, entweder zu Speisen und Getränke im Strandgrill oder zum Spielen für die Kleinen auf dem Indoor-­Spielplatz.

In einer kleinen Bucht liegt die berühmte Bammelecke

Kurz hinter dem Strandbad versperren Poller den Weg für Autofahrer in der nun Sportpromenade genannten Straße, fortan geht es auf einem herrlichen Weg nah an der Dahme Richtung Südosten. Man hält sich immer an den Wegen nah am Wasser und passiert nach einem DLRG-Posten die berühmte Bammelecke mit ihrem FKK-Strand. Woher der Name kommt, ist nicht ganz klar. Die einen sagen, wegen Sandbänken konnte man hier mit dem Schiff oder Boot „bammeln bleiben“, also hängen bleiben; andere meinen, der Name käme von dem „Bammel“ der Sportler vor Ruderwettkämpfen. Vielleicht hatten ja auch die Kapitäne „Bammel“ vor den Sandbänken.

Nachdem man die Bucht hinter sich gelassen hat, führt die Sportpromenade in den kleinen Ortsteil Richtershorn. Wieder finden sich schmucke Häuser am Ufer. Bevor in Karolinenhof die Sportpromenade in die Vetschauer Allee übergeht, führt der Weg links in die Rehfeldtstraße, die weiter hinten in die Rohrwallallee übergeht. An ihrem Ende beginnt der unbefestigte Teil der Strecke: Man hält sich leicht links, geht in den Wald hinein, die nächsten paar hundert Meter führt ein schmaler Trampelpfad immer an der Rückseite von Boots- und Anglergrundstücken entlang. Dabei werden mehrere kleine Stichstraßen überquert.

Der Trampelpfad endet in der Windwallstraße, gleich links ist die Anlegestelle zur Fähre F21, mit ihr kann zur Halbinsel Krampenburg, auf der sich der berühmte Campingplatz „Kuhle Wampe“ befindet, übergesetzt werden. Diesseits der Dahme geht es rechts ab in die Straße Zum Seeblick, die in das Adlergestell mündet. Das Adlergestell – das Wort „Gestell“ stammt aus der Forstwirtschaft und beschreibt Schneisen in den Wald – ist mit 11,9 Kilometern die längste Straße Berlins. Hier geht es nun lebhafter zu; das Adlergestell führt links ins Zentrum von Schmöckwitz. Ein prachtvoller Ort, der mit Dahme und Seddiner See von drei Seiten von Wasser umgeben ist. Direkt an der Pizzeria „Villa Toscana“ endet das Adlergestell, empfohlen sei ein Abstecher die Wernsdorfer Straße hinunter bis zu der Brücke, auf der man links einen herrlichen Blick auf den Seddiner See hat, und wo sich rechts etwas versteckt das Strandbad Schmöckwitz befindet. Die Tram 68 führt zurück zum S-Bahnhof Grünau.

Ausflugs-Info

Wald- und Strandbad Grünau, Sportpromenade 9, Grünau, Tel. 98 40 94 32, mit Restaurant Strandgrill und Indoor-Spielplatz, Mo.–Fr. 14–20 Uhr, Sbd.+So. 13–20 Uhr, www.strandbadgruenau.de

Ristorante Pizzeria „Villa Toscana“, Adlergestell 785, Schmöckwitz, Tel. 62 64 02 19, täglich 11–23 Uhr, Das Motto des Restaurants: „Manche Leute essen, um zu leben. Andere Leute leben, um zu essen. Bei uns sind beide Arten von Gästen stets willkommen!“, www.villa-toscana.berlin

Dauer und Strecke Für die etwa neun Kilometer der heutigen Route, die sich jederzeit durch die meist parallel laufende Tram 68 abkürzen oder beenden lässt, sollte man um die drei Stunden einplanen.