Ausflugs-Tipp

Entdeckungen rechts und links des Kaiserstegs

Unser Ausflugstipp: Ein Spaziergang von Nieder- nach Oberschöneweide mit seinen wiederbelebten Industriearealen.




Der Neubau des Kaiserstegs aus dem Jahr 2007 verbindet wieder wie einst Nieder- und Oberschöneweide.

Der Neubau des Kaiserstegs aus dem Jahr 2007 verbindet wieder wie einst Nieder- und Oberschöneweide.

Foto: Martin Schwarz

Der Spaziergang beginnt unweit des S-Bahnhofs Schöneweide. Schnell weg vom lauten Adlergestell und hinein in die Britzer Straße in den Kiez von Nieder­schöneweide, vorbei an der architektonisch strengen Friedenskirche Niederschöneweide. Kurz darauf erreicht man das „Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit“. Auf dem Berliner Stadtgebiet befanden sich zur Zeit des Nationalsozialismus etwa 3000 Lager für Zwangsarbeiter. Das an der Britzer Straße ist das einzige, das fast vollständig erhalten ist. In sechs der 1943 gebauten Baracken ist das Doku­mentationszentrum untergebracht; seit 2006 kann man sich dort umfassend zum Thema Zwangsarbeit informieren.

Es geht entlang der Britzer Straße über die Schnellerstraße. Nach etwa hundert Metern erreicht man das Ufer der Spree, wo es nach links geht. In einer kleinen Grünanlage befinden sich ein Spiel- und ein Bolzplatz, davor befindet sich die Fußgänger- und Radfahrerbrücke mit dem illustren Namen Kaisersteg. Bevor es über diese geht, lockt links am Beginn der Hasselwerder Straße das Café „Schmackofatz“ mit Softeis und Imbiss zur Einkehr.

Der ursprüngliche Kaisersteg wurde von den Nazis gesprengt

Auf der Brücke hat man eine herrliche Sicht auf die Spree. Der Steg ist ein Nachbau aus dem Jahr 2007. Die ursprüngliche ­Brücke wurde 1898 erbaut – aus dieser Zeit stammt auch der Name – und gegen Ende des Zweiten Weltkriegs von ­SS-Einheiten gesprengt. Auf der anderen Uferseite in Oberschöneweide empfängt ein großer Platz mit vielen Sitzmöglichkeiten auch direkt am Wasser die Spaziergänger.

Vom „Platz am Kaisersteg“ geht es nach links, auf dem benachbarten Gelände befinden sich zahlreiche alte Fabrikhallen, die für eine neue Nutzung hergerichtet wurden. So etwa der „Industriesalon Schöneweide“, ein „Forum für Industrie – Technik – Kultur“. Dort gibt es eine Dauerausstellung zum Industriestandort Oberschöneweide, es werden Vorträge und Führungen angeboten. Zum anderen befinden sich dort auch die „Reinbeckhallen“, die ganz im Zeichen der Kunst stehen. Bekannte Künstler, wie etwa der Isländer Olafur Eliasson, haben dort Ateliers. Zudem gibt es Ausstellungen und andere Veranstaltungen. Platz ist genug, schließlich war Oberschöneweide einst das größte innerstädtische ­Industrieareal Europas.

Nach so viel Kultur geht es die Reinbeckstraße entlang und über die Wilhelminenhofstraße. Es geht nach links und kurz darauf nach rechts in die Schillerpromenade. Dort wird es ruhiger, die Promenade mündet in die Griechische Allee. Auf dem Platz wird donnerstags (10–17 Uhr) und sonnabends (9–17 Uhr) ein Wochenmarkt abgehalten. Es geht auf dem Grünstreifen zwischen zwei Fahrbahnen der Griechischen Allee entlang, die in die Kottmeierstraße übergeht. Eine ruhige Wohngegend, in der es rechts in die Rathenaustraße geht.

Kleine Stärkung im Restaurant "Masala"

An der Ecke Slabystraße befindet sich das „Restaurant Masala“ mit einer Speisevielfalt der Küchen Südostasiens. Die Rathenaustraße führt in die Wilhelminenhofstraße zurück. Ein Schild verweist nach rechts zum „Kranhauscafé“. Den weiteren Schildern folgend gelangt man zurück zur Spree und zum ehemaligen Lastenkran, der zu einem Café mit Außenbereich am Wasser umgebaut wurde.

Leider führt der Weg rechts am Wasser in eine Sackgasse. Zudem kann es passieren, dass der Zugang vom Café zum Ufer geschlossen ist. Links kommt man zurück auf die Wilhelminenhofstraße, wo der Spaziergang endet.

Infos zum Ausflugstipp

  • Strecke Der Spaziergang ist 5 Kilometer lang und dauert etwa 2 Stunden
  • Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit, Britzer Str. 5, Niederschöneweide, Tel. 63 90 28 80, Di.–So., 10–18 Uhr, Eintritt frei, www.ns-zwangsarbeit.de
  • Industriesalon Schöneweide, Reinbeckstr. 9, Oberschöneweide, Tel. 53 00 70 42, Ausstellungen: Mi.–So., 14–18 Uhr, es können Führungen gebucht werden, www.industriesalon.de
  • Reinbeckhallen, Reinbeckstraße 9–49, Oberschöneweide, Tel. 20 39 31 11, Do. u. Fr., 16–20 Uhr, Sbd. und So. 11–20 Uhr, 9, erm. 4 Euro, Do. ab 18 Uhr Eintritt frei, www.reinbeckhallen.de
  • Restaurant Masala, Rathenaustr. 26, Oberschöneweide, Tel. 66 63 68 06, tägl. 12–23 Uhr, www.masala-berlin.de