Ausflugs-Tipp

Spätsommer an der Spree

Von der Fähre F11 quer durch den Plänterwald über die Insel der Jugend zum Hafen Treptow: Hier lässt sich der Spätsommer genießen.

Die 1916 errichtete Abteibrücke verbindet den Treptower Park mit der Insel der Jugend.

Die 1916 errichtete Abteibrücke verbindet den Treptower Park mit der Insel der Jugend.

Foto: imago images/snapshot

Berlin. Wir starten unseren Spaziergang an der BVG-Fähre F11. Seit 1896 verbindet sie den Plänterwald mit Oberschöneweide und seinen hübschen Kleingartenkolonien. Durch die neue Spreebrücke etwas südlicher hat die Fähre zwar etwas an ­Bedeutung verloren, wird aber immer noch ausgiebig von Ausflüglern und Einheimischen genutzt.

Wir bewegen uns Richtung Puschkin­allee vom Wasser weg und biegen nach ein paar Metern rechts in einen ­schmalen ­geteerten Weg ab: die Kiehnwerder­allee. Sie führt nun einige hundert Meter kerzen­gerade durch den Plänterwald und mündet am ringsum eingezäunten Freizeitpark „Spreepark“, der seit 18 Jahren der weiteren Nutzung harrt. Wie es ­damals zur Schließung kam, das zeigt eindrücklich der Dokumentarfilm „Achterbahn“ von Peter Dörfler. Inzwischen ist die landeseigene Grün Berlin GmbH für das Areal zuständig, laut jüngsten Ankündigungen soll jetzt das Riesenrad abgebaut und saniert werden.

Am benachbarten, viele Jahre vor sich hin ­modernden „Eierhäuschen“, ein traditions­reiches, bereits seit 1991 ­geschlossenes Ausflugslokal, kann man jetzt schon seit einiger Zeit Renovierungsarbeiten ­verfolgen. Das macht Mut. Wann hier wohl wieder Menschen ihrem Freizeitvergnügen nachgehen können?

„Haus Zenner“, Spreepark“, „Eierhäuschen“ – leider alle geschlossen

Geht man nun immer am grünen Zaun des Spreeparks längs, werden einem die Dimensionen des riesigen, abgesperrten Areals bewusst. Der Zaun endet an der Spree, kurz vor der Insel der Jugend. Über eine geschwungene Brücke gelangen wir auf das kleine Eiland, das zur Umrundung einlädt. Es hieß früher einmal Rohr- oder Abteiinsel, rechts lädt der Inselgarten zu einem kühlen Bier. Das schmucke ­Brückenhaus der Insel wird vom 2008 ­gegründeten Verein „kulturALARM e.V.“ betrieben.

Nach einer gemütlichen Umrundung der Insel gehen wir weiter Richtung Norden an der Spree entlang. Hier liegt das tradi­tionelle „Gasthaus Zenner“. Unkraut ­wuchert auf der Terrasse, das herrlich gelegene „Zenner“, das auf der Rückseite sogar über eine Zufahrt von der Puschkin­allee aus verfügt, ist leider geschlossen, soll aber im kommenden Jahr unter neuer Leitung wiedereröffnet werden.

Wir gehen weiter Richtung Norden. Man hat von hier einen wunderschönen Blick über die Spree zur Halbinsel ­Alt-Stralau mit seinen exquisiten Apartmenthäusern und dem schiefen Kirchtürmchen der ­Dorfkirche. Links im Treptower Park liegt der bereits 1958 angelegte „Sommerblumengarten“, der auch zu dieser Jahreszeit noch mit vielen strahlend blühenden Pflanzen aufwarten kann. Im weiteren Verlauf des breiten Weges direkt am ­Wasser liegen links große Liegewiesen, Menschen machen Tai-Chi oder genießen die Sonnenstrahlen des Spätsommers. Hektik? Fehlanzeige.

Noch Lust auf eine Schiffstour? Kein Problem

Wir erreichen nach einem knappen Kilo­meter den Hafen Treptow. Corona-­bedingt sind die Fahrzeiten der Ausflugsschiffe von der Stern- und Kreisschifffahrt eingeschränkt. Einige Imbissbuden haben geöffnet, etwa das Ausflugslokal „Kladderadatsch“, eine Crêpes-Diele oder ganz hinten die „Fischerei Löcknitz am Kaniswall“ – am Kaniswall in Müggelheim ist die Zentrale der Fischerei – mit seinen schmackhaften Fischbrötchen und Räucher­fisch, nebenan dampfen die Fischräucherkammern. Hier stärken wir uns, um dann den nahe gelegenen S-Bahnhof Treptower Park zu nutzen – oder noch eine Schiffstour zu unternehmen.

Tipps und Infos

Insel der Jugend, Alt-Treptow 6, Treptow, Tel. 80 96 18 50, das Gartenlokal „Inselgarten“ hat bei schönem Wetter geöffnet, Veranstaltungen: www.inselberlin.de

Fischerei Löcknitz am Kaniswall Alt-Treptow, im Hafen Treptow, Imbiss-Ableger des Stammhauses im Müggelheim, Di.–Fr. 10–18 Uhr, auch auf etlichen Wochenmärkten im Osten Berlins zu finden, etwa dienstags in der Altstadt Köpenick oder mittwochs auf dem Marktplatz in Friedrichshagen, www.fischerei-am-kaniswall.de

Dauer und Strecke: Der weitgehend barrierefreie Ausflug ist ca. 6,5 Kilometer lang und dauert etwa 2,5 Stunden.