Bauprojekt

St.-Laurentius-Kirche in Köpenick wird saniert

In der Köpenicker Kirche sind Schäden am Dachstuhl und an Wänden zu beseitigen. Bund und Land wollen vier Millionen Euro bereitstellen.

Die St.-Laurentius-Kirche in Berlin-Köpenick wird für mehrere Millionen Euro saniert.

Die St.-Laurentius-Kirche in Berlin-Köpenick wird für mehrere Millionen Euro saniert.

Foto: Wolfgang Harder

Berlin. Die St.-Laurentius-Stadtkirche prägt die Silhouette von Köpenick. Derzeit ist sie wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Doch die Planungen für die dringend erforderliche Sanierung der Kirche sind im Gange.

Das markante Gotteshaus mit rotbrauner Backsteinfassade und Rundbogenfenstern ist ein Baudenkmal. Es wurde 1838-1840 erbaut und 1841 geweiht. Der Sanierungsbedarf ist hoch. Er betrifft vor allem den Dachstuhl und die darunter hängende hölzerne Decke des Kirchenschiffes. Sie muss stabilisiert werden. Die Balken sind durch Feuchtigkeit, Tiere und Pilzbefall geschädigt.

Für die Arbeiten ist es erforderlich, die Dachziegel abzunehmen. Zudem sind Feuchtigkeitsschäden an den Wänden zu beseitigen. Geplant ist auch, den alten Steinfußboden zu reparieren und die Elektrik zu erneuern. Das Projekt habe einen finanziellen Umfang von vier bis sechs Millionen Euro, sagt Pfarrer Ralf Musold.

Beginn der zweijährigen Bauarbeiten in Köpenick soll 2021 sein

Vom Bund gibt es eine Zusage für Fördermittel. Der Haushaltsausschuss des Bundestages gab im November 2019 zwei Millionen Euro für die Sanierung der Kirche frei. Das Land Berlin hat eine Ko-Finanzierung in gleicher Höhe zugesagt. „Weil die Baukosten vier Millionen Euro überschreiten, sind wir als Stadtkirchengemeinde dabei, gezielt Spenden für die Sanierung zu sammeln und Zuwendungen einzuwerben“, sagt Pfarrer Musold.

Die Kirche ist nicht nur für das Gemeindeleben wichtig. Sie sei der größte Versammlungsraum in Köpenick, so der Geistliche. Bis zu 750 Menschen haben auf den alten Bänken Platz. Auch die Emporen sind in ursprünglicher Form erhalten geblieben und nicht umgebaut worden. Viele öffentliche Schulen führen ihre Weihnachtskonzerte in der Kirche auf; dazu gibt es Vorstellungen von Puppentheatern und kommunalen Veranstaltungen.

Für die Sanierung steht bereits ein ungefährer Zeitplan. In diesem Jahr sollen Untersuchungen ausgeführt und Genehmigungen eingeholt werden. Die Bauarbeiten beginnen voraussichtlich im kommenden Jahr. Etwa zwei Jahre lang bleibt die Kirche dann geschlossen. Im Frühjahr 2023 sollen die Arbeiten beendet sein.

Auch Gemeindehaus am Generalshof in Köpenick soll saniert werden

Zur Gemeinde gehört ein weiteres Baudenkmal, das Gemeindehaus am Generalshof in Köpenick. Es wurde 1926-28 im Stil der Neuen Sachlichkeit erbaut. Die Pläne lieferte der Architekt Otto Firle. „Ein Bauhaus-Unikat“, sagt Pfarrer Musold, „ein sehr schönes Haus.“ Es ist mit einem Konfirmandensaal und einem Flachdach ausgestattet. Auch eine Kita ist untergebracht. Auch dieses Gebäude soll denkmalgerecht saniert werden.

Derzeit trägt es noch den grauen Außenputz aus DDR-Zeit. Doch ursprünglich war die Fassade in mintgrün gehalten. „Dieser Zustand soll wiederhergestellt werden“, sagt Pfarrer Musold. Zwischenwände und Schallschutzelemente aus früherer Nutzung sollen entfernt werden. Vorgesehen ist auch, das Erdgeschoss mit dem ursprünglichen Fliesenbelag auszustatten. Allerdings ist die Finanzierung für diese Sanierung noch nicht gesichert. „Daher bitten wir auch bei diesem Projekt um Spenden.“

Dass Kirche und Gemeindehaus saniert werden, kommt nicht nur evangelischen Christen zugute. „Kulturell interessierte Menschen können an unseren Räumen partizipieren“, sagt Pfarrer Musold. In die Kita im Gemeindehaus gehen Kinder, deren Eltern größtenteils nicht der Kirche angehören. Auch DRK-Kurse und Bürgerversammlungen fanden bislang im Gemeindehaus statt. „Wir wollen ein Player in der Zivilgesellschaft sein.“

Weitere Informationen gibt es unter der Adresse www.stadtkirche-koepenick.de