Epidemie

Berliner in Corona-Quarantäne beklagen Zustände

Gesundheitsstaatssekretär Matz hält Beschwerden für „berechtigt“. Das Rote Kreuz spricht von Anfangsschwierigkeiten.

In diesem Gebäude an der Salvador-Allende-Straße werden die 20 Menschen zwei Wochen lang isoliert.

In diesem Gebäude an der Salvador-Allende-Straße werden die 20 Menschen zwei Wochen lang isoliert.

Foto: Emmanuele Contini / Getty Images

Berlin. Die sich in Köpenick in Quarantäne befindenden China-Rückkehrer haben sich über die Zustände in dem Nebengebäude der DRK Kliniken an der Salvador-Allende-Straße beschwert. Sie machten Hygienemängel geltend und beklagten, sich wie in einem Gefängnis zu fühlen, berichtete die „BZ“. 16 Erwachsene und vier Kinder müssen dort 14 Tage isoliert werden, ehe die Möglichkeit einer Infektion mit dem Coronavirus ausgeschlossen werden kann. Für die 20 Menschen gebe es nur zwei Toiletten, lautete eine der Klagen.

Gesundheitsstaatssekretär Martin Matz, der Chef des Berliner Krisenstabes zum Coronavirus, machte sich ein Bild von der Situation und kann die Klagen der Betroffenen zum Teil nachvollziehen. „Wir erwarten vom DRK, dass zeitnah die berechtigten Beanstandungen abgestellt werden. Die Entscheidung für den Unterbringungsstandort Köpenick wurde jedoch grundsätzlich vom Bund und vom DRK getroffen,“ sagte Matz.

Im Land Berlin war man nach Informationen der Morgenpost von Anfang an nicht wirklich glücklich mit der Standortwahl. In Rheinland-Pfalz wurden China-Rückkehrer in einer Kaserne isoliert. Ein Sprecher des Roten Kreuzes sprach von „Anlaufschwierigkeiten“, die sich „leider nicht vermeiden ließen“. Der Amtsarzt des Bezirks Treptow-Köpenick habe das Haus als „grundsätzlich geeignet“ eingeschätzt. Das DRK nehme die Beschwerden der Gäste sehr ernst. Der Bedarf der Menschen habe noch abgeklärt werden müssen, zumal unter ihnen mehr chinesischstämmige Personen seien als zunächst angenommen. Daher werde nun das aus dem Krankenhaus gelieferte Essen durch einen chinesischen Caterer ergänzt. Die bisherige Verpflegung entspreche der für Privatpatienten.

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24 Einsatzkräfte des DRK kümmern sich um 20 Gäste

Im Haus befänden sich zwei Nasszellen, zwei Toiletten auf dem Flur sowie drei mobile Toiletten in den Zimmern, so das DRK. Im Hof gebe es Container mit sechs Duschen und weiteren Toiletten. Inzwischen seien dort Heizungen installiert und der Übergang zwischen Gebäude und Containern überdacht worden.

Dass die Gäste beim Toilettengang begleitet würden – was einige beklagt hatten – sei notwendig. Danach werde dort desinfiziert. Um den Menschen die Angst zu nehmen, habe man zusätzliches Desinfektionsmittel bereitgestellt zum selber „Nachreinigen“. Alle Flächen auch außerhalb der Sanitärräume würden mehrmals täglich geputzt. Die 24 Einsatzkräfte, die die Gäste in zwei Schichten betreuen, seien in Hygiene ausgebildet, so der DRK-Sprecher. Inzwischen sei in jedem Zimmer ein Fernsehapparat installiert worden, der chinesisches TV-Programm empfangen könne.