Schmöckwitz

Neue Nutzung für Straßenbahndepot und Feuerwache

Berlin prüft Ankauf der alten Wagenhalle in Schmöckwitz.

Eine Straßenbahn (Archivbild).

Eine Straßenbahn (Archivbild).

Foto: Foto: Monika Skolimowska / dpa

Berlin. Das Ensemble von Straßenbahndepot, alter Feuerwache und Inselschule prägt den Ortskern von Schmöckwitz, dem südlichsten Ortsteil von Treptow-Köpenick. Für einen Teil der Gebäude mit Backsteinfassade, die vom Anfang des 20. Jahrhunderts stammen, ist nun eine neue Nutzung im Gespräch – betroffen sind die alte Wagenhalle des Depots und die Wache. Bei der Wagenhalle drängt die Zeit, denn sie wurde vor Jahren durch einen Brand stark beschädigt.

Das Grundstück am Adlergestell befindet sich nahe der Wendeschleife der Straßenbahn-Linie und gehört den Verkehrsbetrieben (BVG). Diese wollen es veräußern. Ein Ankauf der Immobilie durch das Land Berlin werde derzeit geprüft, teilte Staatssekretärin Barbro Dreher von der Senatswirtschaftsverwaltung auf Anfrage des FDP-Abgeordneten Stefan Förster mit. Interesse an der Fläche hat die Kita „Kleine Fische – ganz groß“. Sie ist bislang in der Schmöckwitzer Inselschule untergebracht, doch die Schule benötigt die Räume dringend selbst für den Unterricht.

Freiwillige Feuerwehr wird an neuen Standort ziehen

Nördlich der Wagenhalle steht die alte Feuerwache Schmöckwitz. Die Freiwillige Feuerwehr braucht diesen Standort in Zukunft nicht mehr. Denn ab 2020 soll eine neue Feuerwache in der nahe gelegenen Godbersenstraße errichtet werden. Dieses Gebäude wird voraussichtlich Ende 2021 oder Anfang 2022 fertig. Das Grundstück der alten Feuerwache am Adlergestell gehört dem Land und wird von der Berliner Immobilienmanagement GmbH (Bim) verwaltet.

Der Ortsverein Schmöckwitz, der sich nach eigenen Angaben für die Pflege des Ortsbildes einsetzt, möchte in die alte Wache einziehen. Der Bezirksdenkmalrat Treptow-Köpenick, dessen Vorsitzender der FDP-Abgeordnete Stefan Förster ist, setzt sich dafür ein, dass das Ensemble von Schule, Wache und Wagenhalle dauerhaft erhalten wird. Schließlich sei es prägend für den Ortsteil. Der Rat fordert zudem, die Fassade der abgebrannten Halle originalgetreu wiederaufzubauen. Dahinter könne ein Neubau errichtet werden, der den Erfordernissen der Kita genügt, sagte Förster.

Eine weitere Fläche südlich der einstigen Wagenhalle gehört zum Treuhandvermögen. Sie wird von einer Firma genutzt, die unter anderem Boote vermietet. Die Bim will das Grundstück anderweitig nutzen und führte deshalb einen mehrjährigen Rechtsstreit gegen das Bootshaus vor dem Landgericht und dem Kammergericht, der 2018 bis zum Bundesgerichtshof ging. Im Ergebnis wurde festgestellt, dass die Berliner Immobilienmanagement GmbH einen Anspruch auf Herausgabe und Räumung der Fläche hat. Die Übergabe sei jedoch noch nicht erfolgt, teilte Staatssekretärin Dreher mit. Die Kita „Kleine Fische - ganz groß“ möchte dieses Areal als Erweiterungsfläche nutzen.