Museum

Kabel erinnert an 30-Stunden-Stromausfall von Köpenick

Im Februar fiel in Köpenick für 30 Stunden der Strom aus. Zehntausende saßen im Dunkeln. Ein Kabel erinnert jetzt im Museum daran.

Bezirksbürgermeister Oliver Igel (SPD) mit dem defekten Kabelstück vor dem Museum Köpenick.

Bezirksbürgermeister Oliver Igel (SPD) mit dem defekten Kabelstück vor dem Museum Köpenick.

Foto: Charlotte Bauer

Berlin. Ein defektes Stromkabel erinnert künftig im Museum Köpenick an den 30-stündigen Blackout vom Februar dieses Jahres. Thomas Schäfer, Geschäftsführer von Stromnetz Berlin, überreichte Bezirksbürgermeister Oliver Igel (SPD) am Dienstag das Kabelstück, das den großen Stromausfall verursachte.

Eine Baufirma hatte gleich zwei Kabel am 19. Februar durch eine falsche Bohrung bei Arbeiten an der Salvador Allende Brücke beschädigt. Mehr als 30.000 Haushalte und 2000 Gewerbebetriebe waren vom Stromausfall betroffen. Sie mussten ohne Licht, Heizung oder Telefon auskommen. Der Blackout hatte das öffentliche Leben zeitweise erheblich eingeschränkt. Straßenbahnen und S-Bahnen konnten nur noch eingeschränkt fahren. Sogar Schulen und Kindergärten in mehreren Ortsteilen blieben einen Tag lang geschlossen.

Kabel gilt jetzt als Zeitdokument

„Fast ein halbes Jahr ist es nun her, als sich die außergewöhnliche Geschichte des längsten Stromausfalls in Berlin nach dem Zweiten Weltkrieg ereignete“, erklärte Igel. Das 18 Zentimeter lange Kabel ist ein Stück des ehemals rund sechs Kilometer langen Strangs, der damals beschädigt wurde. Künftig wird es im Rahmen einer Dauerausstellung im Museum Köpenick zu sehen sein. „Ein solches Zeitdokument gehört an einen sicheren Platz“, so der Bürgermeister.

An der Rudower Straße wurde eine Notunterkunft eingerichtet, in der warme Mahlzeiten zur Verfügung gestellt wurden und die Menschen sich aufwärmen und ihre elektronischen Geräte aufladen konnten.

"Der 19. Februar und 20. Februar 2019 werden wohl in die Geschichte Treptow-Köpenicks eingehen, nicht nur wegen des Stromausfalls. Sondern auch weil sich in dieser Notsituation gezeigt hat, wie gut die Behörden zusammenarbeiten und wie gut unsere Zivilgesellschaft funktioniert", sagte Igel. Für den verursachten Schaden musste die Schweizer Baufirma aufkommen.

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