Treptow-Köpenick

Lösung für fehlende Schulplätze gefunden

Drei Schulen werden erweitert für 75 Schüler, die in Treptow-Köpenick zunächst keinen Platz an einer weiterführenden Schule gefunden hatten.

Schüler in einer Grundschule (Symbolbild).

Schüler in einer Grundschule (Symbolbild).

Foto: Daniel Reinhardt / dpa

Berlin. Für die Eltern in Treptow-Köpenick war es eine schlechte Nachricht, jetzt gibt es eine Entwarnung: 75 Grundschüler, die nach den Sommerferien zunächst keinen Schulplatz an einer weiterführenden Schule bekommen hatten, können nun doch im eigenen Bezirk weiter zur Schule gehen. Das teilte Bildungsstadträtin Cornelia Flader (CDU) am Mittwoch mit.Nach Rücksprachen auch mit den betroffenen Schulen habe sie nun entschieden, dass die Willkommensklasse an der Bölsche-Schule aufgelöst und dafür eine weitere Regelklasse eingerichtet werde, so Flader. Je eine weitere Regelklasse werde an der Sophie-Brahe-Gemeinschaftsschule und der Fritz-Kühn-Schule eröffnen.

Oberschulplätze fehlen

Diese Entscheidung sei notwendig gewesen, „damit Eltern und Kinder aus Treptow-Köpenick Sicherheit und eine Perspektive erhalten“, so Flader in einer Mitteilung. Der Mangel an Oberschulplätzen dürfe nicht auf dem Rücken der 75 Schülerinnen und Schüler Treptow-Köpenicks ausgetragen werden, denen das Schulamt bisher keinen Platz für die siebente Klasse anbieten konnte.

„In über 30 Jahren Schuldienst noch nicht untergekommen”

Die Eltern der betroffenen Schüler hatten nur über Umwege erfahren, dass ihre Kinder an keiner der drei Wunsch-Schulen aufgenommen werden sollten, an denen sie fürs kommende Schuljahr angemeldet waren. Zwar boten die Nachbarbezirke Neukölln und Friedrichshain-Kreuzberg Ausweichplätze an, doch für 75 Schüler gab es zunächst keine Lösung. Ein Grund sei die schwierige Situation in dem stark wachsenden Bezirk, so Flader. Dennoch sei ihr eine solche Situation in “über 30 Jahren Schuldienst noch nicht untergekommen”.

Schwierige Situation in dem stark wachsenden Bezirk

Im Nachbarbezirk Lichtenberg herrsche eine ähnliche Situation. Für Treptow-Köpenick sei bereits heute abzusehen, „dass im Schuljahr 2020/ 21 eine noch schärfere prekäre Situation eintritt”.Ursprünglich fehlten in Treptow-Köpenick sogar 170 Plätze. Nach einer ersten gemeinsamen Ausgleichs-Konferenz der Bezirke Ende April hatte Friedrichshain-Kreuzberg 21 Plätze in der Lina-Morgenstern-Schule angeboten, Neukölln will 25 Plätze durch Eröffnung von zusätzlichen Klassen an der Hermann-von-Helmholtz-Schule oder an der Heinrich-Mann-Schule zur Verfügung stellen.

Flader liegt die Bedarfslage im Bezirk bei rund 2000 Plätzen, laut Klassenplanung sind 1757 gelistet. Dabei wurden wegen der großen Nachfrage bereits drei Klassen zusätzlich geplant. Von den 1766 Sechstklässlern haben sich laut Statistik 1584 Schüler an den weiterführenden Schulen in Treptow-Köpenick beworben, 134 in andere Bezirke. Die verbleibenden Kinder gehen an Privatschulen oder sind weggezogen, so ihre Vermutung.

Hunderte Schüler aus anderen Bezirken haben sich beworben

440 Schüler aus anderen Bezirken haben sich im Bezirk Treptow-Köpenick beworben.Flader beklagt: “Diese Entscheidung ist aber alles andere als gut. Sie wurde notwendig, weil die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Forschung (SenBJF) verhinderte, dass die zu versorgenden Schülerinnen und Schüler im Gebäude der Flatow-Schule beschult werden. Ich habe dafür insbesondere angesichts der nicht ausgelasteten Räume der Flatow-Schule wenig Verständnis. Hier hätten 80 Schülerinnen und Schüler Platz finden können.

”Die Senatsschulverwaltung wiederum widerspricht dieser Darstellung, so Bildungsstaatssekretärin Beate Stoffers: „Die jetzt gefundene Lösung war der Vorschlag unserer Schulaufsicht. Der Bezirk hat sich hier auf Druck der Senatsverwaltung bewegt. Es ist höchst ärgerlich, dass wir Frau Flader zeigen mussten, wo noch freie Plätze in ihrem Bezirk sind. Wäre sie ihrer Verantwortung früher gerecht geworden, hätte es nicht eine derartige Verunsicherung der Eltern gegeben.“