Behörden

Streit um Brandschutzmängel am Müggelturm

Eigentümer Matthias Große hat zwei Monate Zeit, sich zu äußern. Der Unternehmer hat seine Baugenehmigung und will Anwälte einschalten.

Der Müggelturm in Berlin-Köpenick. Das Lokal ist ein Ausflugsziel mit Angebot von Kaffee, Kuchen, Schnitzel und Würstchen.

Der Müggelturm in Berlin-Köpenick. Das Lokal ist ein Ausflugsziel mit Angebot von Kaffee, Kuchen, Schnitzel und Würstchen.

Foto: Gregor Tholl / dpa

Berlin.  Das Bezirksamt Treptow-Köpenick hat Mängel am Brandschutz auf dem Grundstück des Müggelturm-Restaurants festgestellt. Das Thema wurde am Donnerstag ausführlich in der BVV behandelt.

Die Löschwasserbereitstellung sei unzureichend, sagte Baustadtrat Rainer Hölmer (SPD). „Das heißt, die Kapazität der Wasserpumpe ist für die Löschwasserversorgung offenkundig nicht ausreichend.“ Erforderlich sei eine Wassermenge von 48 Kubikmetern pro Stunde.

2017 habe ein Prüfingenieur für Brandschutz bestätigt, dass diese Wassermenge erforderlich und auch sichergestellt sei. Der Bericht über den geprüften Brandschutz sei Teil der Baugenehmigung.

Doch im April 2018 überprüften Hölmer zufolge die Berliner Wasserbetriebe den Hydranten auf dem Grundstück. Ergebnis: Er liefert zu wenig Löschwasser. Das Ergebnis: Er liefert zu wenig Löschwasser. „Dieser Hydrant ist damit für eine wirksame Brandbekämpfung nicht nutzbar“, so Stadtrat Hölmer. Die Berliner Feuerwehr habe deshalb Nachforderungen, „die der Grundstückseigentümer nach deren Auskunft bisher nicht erfüllt hat.“

Nutzung des Restaurants hängt vom Brandschutz ab

Daraufhin habe sich die Feuerwehr im März an die Bauaufsichtsbehörde des Bezirks gewandt und um Unterstützung gebeten. Die Bauaufsichtsbehörde hat Anfang Mai, im Rahmen einer Anhörung, dem Eigentümer des Grundstücks eine Frist von zwei Monaten eingeräumt, um sich dazu zu äußern. Andernfalls droht eine Nutzungsuntersagung. „Eine Schließung des Restaurants am Müggelturm stehe aber nicht unmittelbar bevor.

„Die Nutzung des Restaurants ist letztlich aber tatsächlich davon abhängig, dass die Auflagen zum Brandschutz erfüllt werden“, so Hölmer. „Es obliegt nun zuallererst dem Eigentümer und Betreiber, in Abstimmung mit der Berliner Feuerwehr und den Berliner Wasserbetrieben aktiv auf eine Problemlösung hinzuarbeiten.

Lösungsfindung durch Bezirksamt

Das Bezirksamt ist bereit, eine Lösungsfindung, soweit es möglich ist, zu unterstützen. „Der Unternehmer Matthias Große hatte das Grundstück 2014 erworben. Im Frühjahr 2018 eröffnete wieder ein Restaurant am Müggelturm. „Ich habe eine gültige Baugenehmigung“, sagte der Unternehmer auf Anfrage der Morgenpost. „Ich habe ein gültiges Brandschutzgutachten.“ Er habe eine bestätigte Aussage vom Brandschutz-Prüfingenieur, dass die Auflagen komplett erfüllt seien.

Seine Anwälte, so Große, würden zum Schreiben des Bezirksamtes Stellung nehmen. „Wir wissen nichts von Mängeln und wo sie begründet liegen sollen. Wir wissen nur, dass unser Objekt geschlossen werden soll, für den Fall, dass das Problem nicht gelöst wird.“ Er sei im höchsten Maße irritiert.

Zwei Hydranten spenden Wasser

„Alle Anforderungen hinsichtlich der Löschwassermengen, die er für das Objekt habe, seien berücksichtigt und eingehalten worden. Feuerwehrsprecher Thomas Kirstein sagte, die Berliner Feuerwehr sei 2016 im Verfahren der Baugenehmigung für das Müggelturm-Grundstück beteiligt gewesen. Man habe damals zur Löschwasserversorgung Stellung genommen, weil sie die Leistungsfähigkeit der Feuerwehr betrifft.

Im Brandschutznachweis sei aufgeführt worden, dass der Hydrant 48 Kubikmeter Wasser pro Stunde liefere, und das über zwei Stunden. Die Feuerwehr habe daraufhin empfohlen, die Leistung des Hydranten nachzuweisen.

„Im Dezember 2018 hat uns ein Prüfprotokoll der Berliner Wasserbetriebe erreicht, das vom April 2018 stammt“, so Kirstein. Demzufolge liefere der Hydrant nur elf Kubikmeter pro Stunde und habe somit eine weitaus geringere Leistung als im Brandschutznachweis für die Baugenehmigung angegeben war.

Deshalb werde die Feuerwehr im Ernstfall mit mehr Fahrzeugen und mehr Schläuchen zum Müggelturm fahren. „Das ist aber keine Garantie dafür, dass wir einen Brand effektiv löschen können, denn es müssen viele Schlauchleitungen verlegt werden“, so Sprecher Kirstein. Man habe sich auch an die Bauaufsichtsbehörde des Bezirksamtes Treptow-Köpenick gewandt.

„Die Lösung wäre, eine Zisterne zu bauen“, so Kirstein. Auf der Müggelturm-Facebook-Seite ist unterdessen die Seite eines Protokolls der Berliner Wasserbetriebe vom April 2018 zu sehen. Demzufolge liefert ein zweiter Hydrant auf dem Gelände die erforderliche Löschwassermenge.