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Erinnerungen gesucht: Wo war ich, als die Mauer fiel?

Zwei Bezirke, eine Mauer: Für eine gemeinsame Jubiläumsveranstaltung mit Neukölln werden Erinnerungen oder Kunstwerke gesucht.

Hinweis auf den Berliner Mauerweg an der Elsen-/ Ecke Heidelberger Straße.

Hinweis auf den Berliner Mauerweg an der Elsen-/ Ecke Heidelberger Straße.

Foto: BM

Wo war ich am Abend, als mich die Nachricht über den Mauerfall erreichte? Viele können sich auch nach 30 Jahren noch exakt an jenen aufregenden Moment erinnern, in dem jedem von uns etwas anderes durch den Kopf schoss. Einige dachten, es sei nur ein Scherz, andere setzten sich sofort in den Trabi Richtung Grenzübergang, wieder andere verschliefen diesen wichtigen Zeitenwechsel im November 1989. Umso schöner ist es, anlässlich des 30. Jahrestages des Mauerfalls noch einmal die eigene Erinnerung wachzurufen – und sie mit anderen zu teilen.

Berlins längster Mauerabschnitt

Nun rufen die zwei SPD-Kreisverbände Treptow-Köpenick und Neukölln gemeinsam dazu auf, eigene Berichte oder künstlerische Arbeiten zum Mauerfall oder auch zur Teilung in den Kreisbüros „einzureichen“. Ziel ist es, eine bezirksübergreifende Veranstaltung am Mauerjubiläumstag zu organisieren. Hintergrund: Treptow-Köpenick und Neukölln verbindet Berlins längster Mauerabschnitt.

„Wir sind froh, dass die Mauer gefallen ist und die Sonnenallee heute an beiden Enden wieder für alle erreichbar ist. Wir wollen aber, dass die schönen und traurigen Erinnerungen gleichermaßen nicht in Vergessenheit geraten und rufen daher die Menschen in beiden Bezirken auf, sich gemeinsam an die Zeit vor 1989, die Zeit der friedlichen Revolution, des Mauerfalls und an den Weg zur Einheit zu erinnern“, sagt Bezirksbürgermeister Oliver Igel (SPD).

Treffen der Zeitzeuginnen

Derzeit befindet sich der Bezirk Treptow-Köpenick in den Planungen für die Veranstaltungen zum Fall der Mauer. Abstimmungen mit dem Land Berlin sind nötig, damit sich Termine nicht doppeln oder gar überschneiden.

Gerade erst erzielten die Museen Treptow-Köpenick einen tollen Erfolg mit ihrem „Mauermädchen“-Foto von 1961. Es gehört in den Bestand der Institution als eines der wichtigsten Zeugnisse des Bezirks zum frühen Mauerbau. Zu sehen ist darauf, wie sich zwei 15-jährige Schulfreundinnen über die im Aufbau befindliche Mauer hinweg die Hand geben. Ein trauriger Moment.

58 Jahre ist das jetzt her, ein hochsymbolisches Bild, das viele Geschichten erzählt und Fragen stellt. Nur wusste man Jahrzehnte nichts über diese Mädchen, die, wie man heute weiß, auch nicht mehr in Berlin leben. Ein Artikel in der Berliner Woche im vergangenen Jahr brachte die beiden Zeitzeuginnen wieder zusammen. Am 14. Juni werden sich die beiden Freundinnen nach all den Jahren erstmals wiedersehen - und im Museum Treptow im Rahmen der Veranstaltung „Begegnungen an der Mauer“ über ihr Schicksal sprechen. So gut können Erinnerungen und Bilder im besten Sinne zusammenspielen.