Morgenpost vor Ort

Wohin steuert Treptow-Köpenick? Diskutieren Sie mit!

Neubaugebiete, Kriminalität, Verkehrsprobleme und Zukunftsorte: Darüber wird bei "Morgenpost vor Ort" am 13. Mai diskutiert.

Mahnwache am S-Bahnhof Schöneweide im Juli 2018. Dort hatte ein Mann nach einem Streit zwei Obdachlose und ihren Besitz mit einer Flüssigkeit übergossen und angezündet. Ein Opfer erlag vier Monate später seinen schweren Verletzungen. Der Täter wurde gefasst und verurteilt.

Mahnwache am S-Bahnhof Schöneweide im Juli 2018. Dort hatte ein Mann nach einem Streit zwei Obdachlose und ihren Besitz mit einer Flüssigkeit übergossen und angezündet. Ein Opfer erlag vier Monate später seinen schweren Verletzungen. Der Täter wurde gefasst und verurteilt.

Foto: pa

Berlin. Dieses Verbrechen hat Berlin erschüttert: Im Juli vergangenen Jahres zündete ein Mann zwei Obdachlose und ihre Habe auf dem Vorplatz des S-Bahnhofs Schöneweide an. Zahlreiche Menschen wurden Zeugen der Tat, löschten die brennende Kleidung der Männer. Dennoch erlag einer der beiden vier Monate später seinen schweren Brandverletzungen. Der Täter, ein Deutschrusse, konnte knapp zwei Wochen nach dem schrecklichen Vorfall gefasst werden. Er wurde im März dieses Jahres zu acht Jahren Haft verurteilt. Dem Brandanschlag war offenbar ein Streit um Alkohol vorausgegangen.

Der Bahnhof Schöneweide gilt als neuralgischer Punkt in Treptow-Köpenick. Doch auch über dieses Verbrechen und diesen Ort hinaus sind Kriminalität und Sicherheit Themen, die die Menschen im Südosten bewegen. Deshalb stehen sie, neben anderen wichtigen Punkten, auch beim Leserforum der Berliner Morgenpost am Montag, 13. Mai, auf der Tagesordnung. Unser nächstes Forum in der Reihe „Morgenpost vor Ort“ trägt den Titel „Treptow-Köpenick – Probleme und Perspektiven eines Bezirks“. Auf dem Podium diskutieren: Bezirksbürgermeister Oliver Igel (SPD); Peter Strunk, Bereichsleiter Kommunikation der Wista-Management GmbH (Adlershof); Susanne Reumschüssel, Projektleiterin im Industriesalon Schöneweide; Andreas Knüppel, Leiter des Polizeiabschnitts 65, und Gilbert Schomaker, stellvertretender Chefredakteur der Berliner Morgenpost. Moderator des Abends ist Morgenpost-Autor Hajo Schumacher.

Das Leserforum beginnt am 13. Mai um 19 Uhr und dauert circa zwei Stunden. Es findet im Hans-Grade-Saal (Forum Adlershof) an der Rudower Chaussee statt. Nach der etwa 60 Minuten langen Podiumsdiskussion ist das Publikum gefragt. Teilnehmer des Forums können ihre Fragen stellen und sich in die Debatte einschalten. Die Teilnahme ist für unsere Leser kostenlos, sie müssen sich aber zuvor in unserer Redaktion anmelden.

Wie kann Treptow-Köpenick lebenswert bleiben?

Zentrales Thema ist die Entwicklung des Bezirks, insbesondere in den Bereichen Stadtentwicklung, Wohnungsbau und Wirtschaft. Die Zukunftsorte Adlershof und Schöneweide, die Kriminalität im Bezirk sowie die Differenzen um den Naturschutz und die Steganlagen am Müggelsee sind weitere Gesprächspunkte. Einen Schwerpunkt werden zudem die Verkehrsprobleme im Südosten bilden. Die Berliner Morgenpost bietet Ihnen die Möglichkeit, sich am nächsten Montag aus erster Hand über diese Themen zu informieren und mit unseren Experten auf dem Podium darüber zu diskutieren, wie der Bezirk lebenswert bleiben kann.

Dazu gehört auch, dass sich die Bewohner sicher fühlen. Die Polizei hat in der letzten Kriminalitätsstatistik für Treptow-Köpenick registriert, dass die Zahl der vollendeten Einbrüche in Wohnungen und Häuser rückläufig , die der Einbruchsversuche indes gestiegen ist. Das kann ein Beleg dafür sein, dass Mieter und Eigentümer ihre vier Wände inzwischen effektiver sichern. Unterschiedliche Einschätzungen gibt es zur Frage rechtsextrem, rassistisch oder antisemitisch motivierter Vorfälle und Gewalttaten im Bezirk. Das „Zentrum für Demokratie“ listete im vergangenen Jahr 447 Vorfälle und damit eine Steigerung um rund 44 Prozent im Vergleich zu 2017 auf. Die Polizei bestätigt das nicht und sieht eher einen Rückgang. Ein Deliktfeld, das die Polizeibeamten im Südosten stark beschäftigt, ist der Trickbetrug, sei es als „Enkeltrick“ oder verübt von Personen, die sich als Polizisten ausgeben. Darüber wird am 13. Mai ebenso zu reden sein wie über Autodiebstähle, Sicherheit in öffentlichen Verkehrsmitteln und randalierende Jugendliche.

Ein weiteres wichtiges Thema des Leserforums ist der Druck auf den Wohnungsmarkt. Wie groß er auch in Treptow-Köpenick geworden ist, zeigt das Beispiel Kosmosviertel in Altglienicke. Das Plattenbauareal aus der Endphase der DDR gehört zu den ärmlichsten Gegenden der Stadt. Die Anbindung an die Innenstadt ist nicht gut. Es gibt viele soziale Probleme, von den knapp 6000 Anwohnern beziehen fast ein Viertel Transferleistungen wie Hartz IV. Kürzlich kaufte die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Stadt und Land dort rund 1800 Plattenbauwohnungen zurück – 250 Millionen Euro soll der umstrittene Deal gekostet haben. Viele Anwohner fürchteten zuvor erneute Mieterhöhungen wegen Sanierungsmaßnahmen. Mittlerweile gibt es im Bezirk auch drei Milieuschutzgebiete, Alt-Treptow, Ober- und Niederschöneweide.

Diese Experten sitzen auf dem Podium

Oliver Igel (41, SPD) ist seit Oktober 2011 Bezirksbürgermeister von Treptow-Köpenick, zuvor war er zehn Jahre lang Bezirksverordneter. Er wuchs im Bezirk auf, studierte an der Freien Universität Berlin. Im Bezirksamt ist er auch zuständig für Personal, Finanzen, Wirtschaft, Bürgerdienste und Immobilien.

Peter Strunk (63), geboren in Frankfurt/Main, ist seit 1999 Bereichsleiter Kommunikation der Wista Management GmbH in Adlershof. Er studierte Geschichte und Politik an der Freien Universität Berlin, promovierte dort auch. Später arbeitete er unter anderem bei AEG und war Sprecher der IHK Cottbus.

Susanne Reumschüssel (62) wurde in Lüchow-Dannenberg geboren und lebt seit 1980 in Berlin. Die Regisseurin und Kamerafrau studierte an der Film-und Fernsehakademie Berlin. Seit drei Jahren ist sie Projektleiterin im 2009 gegründeten „Industriesalon Schöneweide – Forum für Industrie-Technik-Kultur“.

Andreas Knüppel (56), gebürtiger Berliner, konnte am 1. März auf 40 Jahre Dienst bei der Berliner Polizei zurückblicken. Inzwischen bekleidet er den Rang eines Polizeioberrats. Knüppel leitet seit Mitte April dieses Jahres den Polizeiabschnitt 65. Zuvor führte er Polizeiabschnitte in Prenzlauer Berg und Zehlendorf.

Gilbert Schomaker (49) ist seit einem Jahr stellvertretender Chefredakteur der Berliner Morgenpost. Der aus Münster stammende Journalist arbeitet seit mehr als 13 Jahren in verschiedenen Funktionen für die Zeitung. Er ist zuständig für das Berlin-Ressort und schreibt regelmäßig die Kolumne „Die Woche im Rathaus“.

Hajo Schumacher (55), Morgenpost-Autor und -Kolumnist, moderiert die Diskussionsrunde. Der aus Münster stammende Journalist und Politikwissenschaftler arbeitet auch für Magazine, Hörfunk, Online-Medien und TV. Schumacher ist Verfasser mehrerer Bücher („Männerspagat“, „Restlaufzeit“).

So können Sie am Leserforum teilnehmen

Das Leserforum „Berliner Morgenpost vor Ort“ zum Thema „Treptow-Köpenick – Probleme und Perspektiven eines Bezirks“ beginnt am Montag, 13. Mai, um 19 Uhr im Hans-Grade-Saal, Forum Adlershof, Rudower Chaussee 24 (Ecke Newtonstraße). Es dauert zwei Stunden.

Die Teilnahme ist für unsere Leser kostenlos. Voraussetzung ist eine Anmeldung in unserer Redaktion unter dem Kennwort „Morgenpost vor Ort“.

Das geht ganz einfach per E-Mail an aktionen@morgenpost.de, per Fax an die Nummer 030/8872 77967 oder per Postkarte/Brief an die Berliner Morgenpost, Redaktion Lokales, Kurfürstendamm 21, 10719 Berlin. Teilen Sie uns bitte mit, wie viele Plätze Sie benötigen. Abonnenten der Berliner Morgenpost können gern ihre Abonummer dazuschreiben, sie werden bei der Platzvergabe zuerst berücksichtigt.

Alle Anmeldungen werden nach Eingang bearbeitet und müssen spätestens bis Freitag, 10. Mai, 16 Uhr, in der Redaktion vorliegen. Der Zugang zum Leserforum ist nur mit einer schriftlichen Bestätigung der Redaktion möglich.

Der Hans-Grade-Saal im Forum Adlershof ist sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Der S-Bahnhof Adlershof ist nur wenige Gehminuten entfernt, die Tramlinien 61 und 63 halten ganz in der Nähe. Parkplätze gibt es auf den Seitenstraßen der Rudower Chaussee.