Treptow-Köpenick

Der Aufbruch eines Viertels

Die Schöneweider Salongespräche: Wie aus dem Werk für Fernsehelektronik erfolgreiche Unternehmensgründungen hervorgingen.

Blick auf die Industriehallen von Schöneweide.

Blick auf die Industriehallen von Schöneweide.

Foto: David Von Becke / Regionalmanagment

Berlin.  Wer erinnert sich noch an das Werk für Fernsehelektronik (WF) in Schöneweide? Ohne dieses Werk wäre die Glotze dunkel geblieben, denn im WF wurden die Farbbildröhren für die Fernseher „made in GDR“ produziert.

6000 Menschen arbeiteten vor Ort für das staatseigene Unternehmen. Forschung war hier durchaus großgeschrieben. Aufgrund von Devisenknappheit musste man im Lande produzieren. Das WF war also Anlaufstelle für Menschen mit Köpfchen und Talent zum Tüfteln.

Nach der Wende übernahm der Samsung-Konzern das Unternehmen, doch Anfang der 2000er-Jahre eroberten die LCD-Bildschirme den Markt. Die Produktionsanlagen wurden einige Jahre später stillgelegt, das Forschungszentrum aufgegeben. Viele Beschäftigte wurden arbeitslos, andre aber ergriffen die Chance - und wurden selbst Unternehmer.

Podium des Industriesalons Schöneweide

Wie haben sie diesen System-Spagat bewältigt? Wie wichtig waren Improvisationstalent oder hartnäckiges Dranbleiben? Was empfehlen sie heute jungen Unternehmensgründern? All diese Fragen werden am 11. April auf dem Podium des Industriesalons Schöneweide diskutiert.

Spannend dürfte werden, was erfolgreiche ehemalige Mitarbeiter und Ausgründer des Werkes für Fernsehelektronik zu erzählen haben. First Sensor, weltweit ein führender Anbieter auf dem Gebiet der Sensorik, ist heute ein Platzhirsch in Schöneweide.

Eingeladen zu diesem Abend „Hidden Champions aus Schöneweide“ hat das Regionalmanagement. Peter Strunk vom Wista-Management wird zu Beginn über das Verschwinden der Industrie nach 1989 sprechen. Wer nach Abschluss noch Lust hat, wechselt hinüber in die Reinbeckhallen. Dort eröffnet ab 19 Uhr die Schau „Die Ostdeutschen“ von Roger Melis“. Er war ein begnadeter Porträtfotograf und seine Bildreportagen beschrieben eindrücklich ostdeutsches (Arbeits-)Leben. Die Brücke zum Schöneweider Salongespräch ist also geschlagen.

Schöneweider Salongespräche, Industriesalon, Reinbeckstr. 9. , 11. April, 16 Uhr.