Anzeige
Blackout

Nach Stromausfall in Köpenick kehrt der Alltag zurück

Der Stromausfall hat viele Menschen betroffen und herausgefordert. Die Politik zollt den Einwohnern großes Lob.

Ausgelöst wurde der Stromausfall in Köpenick bei Bauarbeiten an der Salvador-Allende-Brücke.

Foto: Paul Zinken / dpa

Anzeige

Berlin.  Nach einem der längsten Stromausfälle seit Jahren ist der Alltag im Berliner Ortsteil Köpenick wieder angelaufen. Schulen und Kitas öffneten am Donnerstag, ebenso Läden. Seit Mittwochabend 21.22 Uhr fließt wieder Strom.

Vielen Menschen war die Erleichterung anzumerken. Mehr als 30.000 Haushalte und rund 2000 Gewerbebetriebe waren seit Dienstagnachmittag von dem Blackout betroffen. Sie mussten ohne Licht, Heizung oder Telefon auskommen.

Stromausfall in Köpenick hatte öffentliches Leben erheblich eingeschränkt

Der Ausfall hatte das öffentliche Leben zeitweise erheblich eingeschränkt. Im Bezirk wurde eine Notunterkunft eingerichtet, wo sich nach Angaben des Bezirksbürgermeisters von Treptow-Köpenick, Oliver Igel (SPD), in der Spitze bis zu 200 Menschen aufwärmen und Strom nutzen konnten. Über Nacht seien alle wieder nach Hause zurückgekehrt. Helfer organisierten eine Versorgung mit Suppe und Tee.

Die Beteiligten - Technisches Hilfswerk (THW), Bezirksamt und Feuerwehr - sprachen von einer gut funktionierenden Zusammenarbeit. Das THW hatte zentrale Stellen mit Notstrom versorgt. Ursache für den Stromausfall waren Kabelschäden bei Bauarbeiten an der Salvador-Allende-Brücke. Bei einer Bohrung waren dort sowohl das Haupt- als auch das Ersatzkabel durchtrennt worden.

Anzeige

Senatorin Regine Günther: „Das darf nicht passieren“

Der Berliner Senat dankte den Menschen vor Ort. „Das darf nicht passieren“, sagte Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos/für die Grünen) am Donnerstag im Abgeordnetenhaus. „Ich möchte den Mitbürgerinnen und Mitbürgern danken für ihre Gelassenheit und Besonnenheit, aber auch für ihre Hilfsbereitschaft, die sie gezeigt haben in dieser sehr schwierigen Situation.“

Igel lobte alle Helfer. „Mit einer großen Gemeinschaftsleistung wurde diese Situation gemeistert“, sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. „Ich habe den Eindruck, dass sich die Menschen viel mehr untereinander geholfen haben. Darauf ist man in einem solchen Fall auch angewiesen.“

Der Bezirksbürgermeister sprach von einer großen Belastung für die insgesamt rund 60 000 Betroffenen. Der Versorger Stromnetz Berlin bedankte sich per Twitter für deren Geduld und Verständnis.

Feuerwehr löst Krisenstab auf

Die Feuerwehr habe ihren Krisenstab inzwischen aufgelöst, sagte ein Sprecher. Auch der Katastrophenschutzstab des Bezirksamtes beendete mittlerweile seine Arbeit. Inzwischen sind auch die meisten der verlegten Intensivpatienten laut Feuerwehr wieder in ihre Einrichtungen zurückgebracht worden. Straßenbahnen fuhren wieder, einige Ampeln funktionierten aber noch nicht wie gewohnt.

„Einen derartigen Fall hat es in Berlin noch nicht gegeben“, hatte Jürgen Schunk, Leiter des Krisenstabs bei Stromnetz Berlin festgestellt. Indes war das Ausmaß der Schäden im Einzelhandel durch aufgetaute Tiefkühlkost und verdorbene Lebensmittel noch unklar.