Kommentar

Industriekultur neu entdecken

Das Thema Industriekultur hat für den Tourismus an Bedeutung gewonnen. Es braucht stimmige Gesamtkonzepte, findet unsere Autorin.

Gabriela Walde, Morgenpost- Reporterin für Treptow-Köpenick, über Denkmäler 
in dem Bezirk.

Gabriela Walde, Morgenpost- Reporterin für Treptow-Köpenick, über Denkmäler in dem Bezirk.

Foto: Reto Klar

Die Denkmalschützer im Bezirk Treptow-Köpenick mit seinen vielen verschiedenen Ortsteilen haben schon einiges mehr zu tun als in Marzahn-Hellersdorf. Nicht überall funktioniert der bezirkliche Denkmalrat so gut wie im Südosten. Kaum ein Örtchen ohne Denkmal, egal ob die Bölschestraße in Friedrichshagen, die historischen Ausflugsgaststätten Riviera und Gesellschaftshaus in Grünau oder der Windkanal in Adlershof, Relikt der früheren Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt. Man könnte viele Tage unterwegs sein, um sich die reiche Historie im Südosten der Stadt zu vergegenwärtigen.

Wer in den alten AEG-Industrieanlagen in Schöneweide unterwegs ist, wundert sich über die schiere Größe dieser Gebäudekomplexe entlang der Wilhelminenhofstraße. Den Peter-Behrens-Bau bespielt die Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) - als Symbol einer zentralisierten HTW würde er - an diesem historischen Standpunkt - eine ziemlich gute Figur machen. Ein Angebot des Investors gibt es, nun ist der Senat in der Pflicht.

Vieles in der Gegend hat neue Eigentümer, nicht immer mit den besten Absichten, anderes harrt einer vernünftigen Nutzung. Es gibt tolle Pläne, die alte AEG-Kantine in ein multimediales Kabelmuseum zu verwandelt. Das ist alles schön und gut. Dennoch: Für das gesamte Areal wünscht man sich ein stimmiges Gesamtkonzept. Zumal das Thema Industriekultur für den Tourismus an Bedeutung gewonnen hat.

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