Salvador-Allende-Brücke

"Für die Autofahrer der blanke Horror"

Die Altstadt Köpenick leidet unter dem Umleitungsverkehr der geschlossenen Salvdor-Allende Brücke. Nun wird nach Alternativen gesucht.

Baustellensicherungen vor der Salvador-Allende-Brücke.

Baustellensicherungen vor der Salvador-Allende-Brücke.

Foto: Gregor Fischer / dpa

Berlin. In der Altstadt von Köpenick ist es seit der Sperrung der Salvador-Allende-Brücke deutlich enger geworden. Um 7.30 Uhr am Montag sei es „ruhig“ in der Altstadt gewesen, erklärte der Bezirksbürgermeister Oliver Igel (SPD). Drei Stunden später hingegen sei es „sehr, sehr voll gewesen“. Mit dem Verkehrsstaatssekretär sei ein Gespräch über alternative Verkehrslösungen vorgesehen. Dabei könne es nur um „einen Mix“ gehen, so der Bürgermeister.

Um Autofahrer vorübergehend auf den öffentlichen Nahverkehr zu lenken, müssten die Taktung der Busse erhöht werden, damit Anschlüsse zügig erreicht werden. Nur eine „intelligente Umleitung“ mit weit verstreutem Verkehr könne am Ende Entlastung bringen, dass allerdings würde zu weiteren Wegen führen. „Besser als auf der Straße ewig im Stau zu stehen“, meint Oliver Igel.

Die marode Brücke ist seit Donnerstagabend wegen akuter Rissschäden gesperrt. Sie ist eine der Hauptverbindungen im Südosten. Die Straßen der Altstadt seien für so ein Verkehrsaufkommen gar nicht ausgelegt, zumal es Verkehrsberuhigung gibt und Kopfsteinpflaster. „Das ist einfach nicht machbar. Mal abgesehen von den Einwohnern ist das für die Autofahrer der blanke Horror“, so Igel.

28.000 Autos überquerten vor der Schließung täglich die Allende-Brücke. Selbst Krankenwagen auf dem Weg zu den DRK-Kliniken Köpenick dürfen die Überquerung nicht nutzen. Dort ist die zentrale Rettungsstelle für die angrenzenden Ortsteile. Notfälle haben einen längeren Anfahrtsweg. Freie Fahrt haben nur Fußgänger und Radfahrer. Die Umleitung ist noch provisorisch beschildert, am Montag sollten die Umleitungsschilder aufgestellt werden, hieß es in der Senatsverwaltung für Verkehr. Die Ampelanlagen in der Salvador-Allende-Straße/Wendenschloßstraße und Salvador-Allende-Straße/Friedrichshagener Straße werden derzeit noch geprüft und sollen optimiert werden.

Etwa zehn Monate dürfte die Sperrung dauern. Beim Verkehrssenat bemüht man sich, den Bau zwei Monate früher zu beenden. Dann soll die erste der beiden Fahrbahnen der neuen Allende-Brücke fertig sein. Die komplette Fertigstellung ist für 2021 geplant.

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