Stadtgeschichte

Der Hauptmann von Köpenick soll verjüngt werden

Eine „Zukunftswerkstatt Hauptmann“ soll klären, wie man die Figur über den Bezirk hinaus besser vermarktet und profiliert.

Der Hauptmann von Köpenick im Schlosspark in einer Inszenierung des Fotografen Massimo Rodari. 

Der Hauptmann von Köpenick im Schlosspark in einer Inszenierung des Fotografen Massimo Rodari. 

Foto: Massimo Rodari

Berlin. Der Hauptmann von Köpenick ist das Markenzeichen des Bezirkes. Es ist lange, lange her, dass der Schustergeselle Wilhelm Voigt sich beim Trödler eine Uniform kaufte, im Rathaus den Bürgermeister festsetzte und dann die Kasse kaperte.

Und weil das so ist und selbst ein Hauptmann irgendwann eine Verjüngungskur braucht, plant das Amt für Weiterbildung und Kultur unter Federführung von Bezirksstadträtin Cornelia Flader (CDU) eine „Zukunftswerkstatt Hauptmann“. Hier sollen sich die Akteure, die mit dem Hauptmann zu tun haben, zusammenfinden. Dazu gehören der Tourismusverein, die Hauptmann-von-Köpenick-Grundschule, Vertreter der Hauptmann Garde, der Heimatverein und natürlich die Hauptmann-Darsteller Jürgen Hilbrecht und sein Nachfolger Benno Radke. Und Bürgermeister Oliver Igel (SPD) wird auch noch ein Wörtchen mit zu reden haben.

„Wir werden darüber sprechen, wie wir die Figur stärker vermarkten, wie wir sie in die Gegenwart und den Bezirk hinaus einbinden können, damit sie präsent ist“, erklärt Cornelia Flader. Es geht um Markenschutz, aber genauso auch um kulturelle Projekte. Ebenso wird die finanzielle Absicherung des Hauptmann-Darsteller ein Punkt sein. Die Profilierung der Figur solle ohne Klamauk abgehen, so die Stadträtin. Zudem soll die kleine Ausstellung zur Geschichte des Hauptmanns im Rathaus Köpenick überarbeitet werden. Natürlich, so Flader, hätte es zum Teil hitzige Debatten darüber gegeben, dass der Hauptmann ein Dieb und Verbrecher sei, auf der anderen Seite habe er Obrigkeitsdenken und Militarismus entlarvt.

Derzeit regt eine Sonderschau im ersten Stock des Rathauses Köpenicks mit großformatigen Fotografien von Massimo Rodari zum Nachdenken über den Hauptmann an. Rodari hat Benno Radke in Uniform im Schlosspark fotografiert – es zeigt, wie aktuell diese Figur noch heute sein kann.