Verleihsystem

Lastenräder: Unterwegs mit Bella, Luise oder Lotte

Die Kranbar in Schöneweide soll neue Verleihstation für Lastenräder werden - der Antrag läuft über die Kiezkasse des Bezirkes.

Neuer Standort Kranbar? Federico Egidi und Sofie Müller mit einem ausgeliehenen Lastenrad vor dem Café. 

Neuer Standort Kranbar? Federico Egidi und Sofie Müller mit einem ausgeliehenen Lastenrad vor dem Café. 

Foto: Gabriela Walde

Treptow-Köpenick. In vielen deutschen Städten gibt es mittlerweile ein kostenloses Verleihsystem für Lastenräder. Das Motto mit Umweltfaktor dahinter: weniger Autoverkehr, mehr Raum in der Stadt. In Berlin ist die „fLotte“ (flotte-berlin.de) zuständig für den Service. Wer sich auf der Seite einloggt, sieht in welchem Bezirk am nächsten Tag ein Zweirad zur Verfügung steht: Bella, Luise oder Lotte stehen in der Hufelandstraße, der Schönhauser Allee oder der Zossener Straße, also an verschiedenen Standorten, vor Geschäften oder Buchläden. Eine Fahne am Eingang markiert den Fahrradverleih. Momentan gibt es 40 Lastenräder in sieben Bezirken - und es werden ständig mehr.

Gerade kommt die Café-Besitzerin Sofie Müller (32) von der Kranbar mit einem Lastenrad samt froschgrünem Regenbezug um die Ecke der Wilhelminenhofstraße gebogen. Den stabilen Drahtesel hat sie am S-Bahnhof Karlshorst ausgeliehen – für einen Tag. Ihre Kranbar, so ihre Idee, soll neue Verleihstation werden, schließlich gibt es in Schöneweide noch keines dieser Leihräder. Prinzipiell kann jedes Geschäft, jeder Bäcker Verleihort werden. Der Kiez rund um die Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) ist jung, viele Studenten hier hätten kein Auto, müssten aber oft etwas befördern, meint Sofie Müller. Sie und ihr Partner Federico Egidi benutzen oft selbst so ein Rad, um für ihr kleines Unternehmen einzukaufen.

Aus ökologischen Gründen, sagen sie, sie haben kein Auto. Früher seien sie mit dem Rucksack auf dem Rücken losgezogen. Da ist so ein Rad komfortabler, auch für junge Eltern. Immerhin zwei Kleinkinder und ein Baby passen hinein. Allerdings kostet es rund 2500 Euro. Der Antrag zur Finanzierung läuft über die Kiezkasse des Bezirkes. Die Abstimmung erfolgt am 22. Februar, dann steht fest, ob Sofie Müller für die Kranbar den Zuschlag erhält.

Mehr zum Thema:

Ein zweites Leben für das Keyboard

Bezirke bieten kostenlose Lastenfahrräder zum Ausleihen

Die Fördergelder für Lastenräder sind nach einem Tag weg