Müggelheim

Dorfklub "Alte Schule" sagt alle Veranstaltungen ab

Es gibt keinen gültigen Mietvertrag. Das Bezirksamt hatte den Nutzungsvertrag gekündigt, ohne über die neuen Bedingungen zu informieren.

Der Dorfklub Müggelheim wird vom Heimatverein getragen. Nun steht ein neuer Mietvertrag an. 

Der Dorfklub Müggelheim wird vom Heimatverein getragen. Nun steht ein neuer Mietvertrag an. 

Foto: Müggelheimer Heimatverein e. V.

Unruhe und Unverständnis in Müggelheim: alle Kurse, Veranstaltungen und Sprechstunden im beliebten Dorfklub „Alte Schule“ sind für den Januar abgesagt worden, darunter auch zwei politische Runden. Es gibt derzeit keinen gültigen Mietvertrag für das Gebäude. „Wir sind leider nicht mehr berechtigt, das Haus offen zu halten“, erklärt Dagmar Klehm vom Müggelheimer Heimatverein, der den Dorfklub betreibt.

Hintergrund: Im September 2018 hatte der Heimatverein vom Bezirk die Kündigung des Nutzungsvertrages für die „Alte Schule“ zum Jahresende 2018 bekommen - mit dem Hinweis auf einen neuen Mietvertrag. Der Rechnungshof hatte im Rahmen einer Prüfung der kulturellen Einrichtungen Freier Träger moniert, dass der Dorfklub zwar Ausgaben macht, aber keine Einnahmen. Das erklärt sich daraus, dass der Heimatverein das Haus ehrenamtlich führt, die Betreuung der Veranstaltungen und kleinere Renovierungen in Eigenregie übernimmt.

Kurz vor Weihnachten ging der neue Vertrag beim Heimatverein ein.

Dagmar Klehm traute ihren Augen nicht, was sie dort las. „Dort gibt es Passagen, die ein ehrenamtlicher Verein einfach nicht leisten kann.“ Dazu zählen Instandhaltung, Instandsetzung wie auch die Beseitigung von Schnee und Eis vor dem Haus, demzufolge auch die Haftung. „Zudem soll er Zugang zum Gebäude von acht bis 20 Uhr gewährleistet sein. Doch es gibt ja keinen festen Mitarbeiter“, so Klehm. Die Stelle wurde schon vor Jahren eingespart, damals verwaltete das Bezirksamt den Dorfklub.

Auch der Mietpreis ist im neuen Mietvertrag ausgeschrieben: 1690 Euro pro Monat. Für 2019 ist die Zahlung ausgesetzt. Doch wie geht es danach weiter? - Das fragen sich einige Mitglieder beim Heimatverein. Diese Summe sei nicht zu stemmen. Der Bezirk wälze seine Aufgaben ab, spare Geld, indem Ehrenamtliche die Tätigkeiten übernehmen. Statt das Ehrenamt zu unterstützen, käme nun so ein Vertrag. „Das ist kein Umgang mit Ehrenamtlichen“, sagt ein Mitglied, das nicht genannt werden möchte. „Das konterkariert doch das Ehrenamt!“ Der Vertrag wurde also nicht unterschrieben.

Bürgermeister Oliver Igel (SPD) indes versucht, via Facebook zur Klärung der Causa „Alte Schule“ beizutragen: „Wir müssen unsere Mietverträge der aktuellen Gesetzeslage anpassen. Das haben wir brav machen dürfen, die Mietverträge wurden so verschickt, ohne die Träger über die Hintergründe zu informieren und gemeinsam zu schauen, wie man einen passenden Weg findet, sodass alle Träger auch weitermachen können wie bisher.“

Der erste Schritt dahin ist getan, am 10. Januar ist ein Koordinierungstreffen angesetzt, der Fachbereich Kultur hat eingeladen.