Gedächtnisort

Die Bekenntniskirche bekommt 1,5 Mio. Euro für die Sanierung

Das Geld kommt aus dem Haushalt des Bundestages - das Baudenkmal soll umfassend saniert werden.

Die Bekenntniskirche in der Plessner Straße in Alt-Treptow ist eng eingebunden in die Häuserschluchten. 

Die Bekenntniskirche in der Plessner Straße in Alt-Treptow ist eng eingebunden in die Häuserschluchten. 

Foto: Bekenntniskirche/Gemeinde

Berlin. Die Freude ist groß im Bezirk: Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat am Donnerstag 1,5 Millionen Euro für die Restaurierung und die denkmalgerechte Sanierung der Bekenntniskirche in Alt-Treptow freigegeben. Das Werben der Bezirkspolitiker hat geholfen.


Alexander Freier-Winterwerb, SPD-Fraktionsvorsitzender in Treptow-Köpenick, freut sich: „Mit dem Geld können wir auf der einen Seite einen geschichtsträchtigen Ort des Umbruchs und Aufbruchs in Treptow erhalten und ihm eine Zukunft geben." Die Bekenntniskirche sei die die erste und einzige Notübernachtung für Obdachlose im Bezirk, die sich auch am Projekt "Laib und Seele" beteiligt. Bedürftige Menschen werden mit Lebensmittelspenden unterstützt.

Die Bekenntniskirche gehört zu den wichtigen Baudenkmälern des Bezirkes. Die Fassade trägt Spuren der Geschichte, Einschusslöcher von 1945. Gebaut wurde sie 1930/31 nach Plänen von Curt Steinberg. Sie ist im Stil der neuen Sachlichkeit gehalten. In dem Gebäude sind Kirche und Gemeindehaus integriert. Im Vorderhaus finden sich Gemeinderäum und die Pfarrdienstwohnung.

Auch für Pfarrer Paulus Hecker ist es ein besonderer Tag: "Wir suchen seit Jahren nach einem Weg, die Bekenntniskirche barrierefrei umzugestalten und gleichzeitig ihren ganz besonderen Charakter als Kirchenbau der frühen 30er-Jahre zu erhalten."

Saniert werden muss die stark angegriffene, hofseitige Fassade, einschließlich der Balkone. Der Gemeindesaal soll erneuert werden, auch der Kircheninnenraum erhält eine Modernisierung. Zudem gibt es Schäden an den Kirchenfenstern. Die Technik im Gebäude, auf dem Stand der 70er-Jahre, muss ersetzt werden.


Bezirksbürgermeister Oliver Igel (SPD) weist noch einmal auf die Bedeutung des Gotteshauses für den Bezirk hin: „Die Bekenntniskirche war in den 1980er-Jahren ein Zufluchtsort für Menschen, die in der DDR politisch bedrängt wurden: Friedensaktivisten, Umweltgruppen, Ausreisewillige." Im Herbst 1989 gründeten sich dort die Bürgerbewegungen "Demokratie Jetzt", die "Grüne Partei in der DDR" und die „Sozialdemokratische Partei in der DDR Treptow“.

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