Mobilitätsgesetz

Schlechte Radwegeplanung: Außenbezirke werden abgehängt

Radfahrer in Treptow-Köpenick kritisieren die Umsetzung des Mobilitätsgesetzes. Der Senat benachteilige Außenbezirke.

In Tempo-30-Zonen können Radfahrer auch auf den Fahrweg wechseln.

In Tempo-30-Zonen können Radfahrer auch auf den Fahrweg wechseln.

Foto: SPS / sps

Treptow-Köpenick. Außenbezirke wie Treptow-Köpenick und Marzahn-Hellersdorf ziehen bei der Realisierung des Mobilitätsgesetzes den Kürzeren, befürchtet Sophie Lattke, Sprecherin des Fahrrad-Netzwerkes Treptow-Köpenick. Ausschließlich in Innenstadtbezirken wie Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg und Neukölln würden die Maßnahmen wie Markierungen oder die Sicherung von gefährlichen Kreuzungen greifen.

Bislang hätte sich im Bezirk Treptow-Köpenick nicht viel verändert. „Ich habe noch keine großen Sicherungsmaßnahmen erkennen können“, so Lattke (26), die selbst aktive Radfahrerin im Bezirk ist. Das Berliner Mobilitätsgesetz sieht für Radfahrer ein stadtweites Netz aus sicheren Verbindungen vor. Eine erste Grünmarkierung erfolgt in der Seelenbinderstraße. Sie soll relativ schmal angelegt sein.

Kaum Leihfahrräder in Außenbezirken

Gefährliche Stellen für Radfahrende seien die Lindenstraße beidseitig zwischen Joachimstraße und der Alten Försterei und die Wendenschloßstraße an der Kreuzung Müggelheimer Straße und der Kreuzung Salvador-Allende-Straße. Das Tempo der Umsetzung des Mobilitätsgesetzes durch den Senat greife zu langsam, so Lattke.

Während einige Straßen in der City teilweise von Leihfahrrädern überflutet würden, gebe es in einem so großen und grünen Bezirk wie Treptow-Köpenick kaum Möglichkeiten einer Ausleihe. Lattke selbst konnte dort lediglich zwei Standorte recherchieren. Der Verleiher Nextbike soll erst Ende 2019 einen Standort planen. „Der Radverkehrsanteil ist hier zwar nicht so groß wie in der City, aber ein Angebot sollte es schon geben. Wie will man sonst Touristen anziehen?“, so Lattke. „Da hängt man die Außenbezirke schon ab.“

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