Rotsch-Hafen

Strafanzeige der Senatsumweltverwaltung in der Insel-Affäre

Investor des Jachthafens stellte keinen Antrag auf Genehmigung der Abbaggerung. Der Umweltstadtrat ist in Erklärungsnot.

Da gab es die Insel noch: Jachthafen Schmöckwitz

Da gab es die Insel noch: Jachthafen Schmöckwitz

Foto: euroluftbild.de/Robert Grahn

Berlin. In der Affäre um die abgetragene Insel im Rotsch-Hafen hat die Senatsumweltverwaltung nun Strafanzeige gestellt. Es liegen offenbar Verstöße gegen das Wasserhaushaltsgesetz, die Wasserschutzgebietsverordnung und das Bundesnaturschutzgesetz vor. Der Skandal: Investor Nico Thiele hatte keinen Antrag auf Genehmigung der Abbaggerung gestellt.

Im Bezirksamt Treptow-Köpenick ist das Thema seit Wochen ein „Dauerbrenner“. 650 Quadratmeter war die Insel groß, sie lag mitten im Wasserschutzgebiet. Thiele wollte mehr Platz für Stege – mehr Steganlagen bedeuten schließlich höhere Einnahmen im Jachthafen. Der Unternehmer hat im Bezirk keinen guten Ruf. Er soll in heikle Geschäfte beim Verkauf des früheren DDR-Rundfunkgeländes an der Nalepastraße verwickelt gewesen sein.

Der Fall wird zur Posse

Der in der Verwaltung unerfahrene Umweltstadtrat Bernd Geschanowski (AfD) gerät nun zunehmend in Erklärungsnot. Dass in Geschanowskis Verwaltung die Dinge verschleppt wurden, bestreitet im Bezirksamt keiner mehr. Doch sein Dienstherr, Bürgermeister Oliver Igel (SPD), hat kein Weisungsrecht gegenüber Geschanowski. Mittlerweile wächst sich der Fall zur Posse aus. Seit Mai ist der Vorgang bekannt – vier Monate lang ist nichts passiert, der Verstoß wurde nicht geahndet.

Die Linken fordern derweil Konsequenzen für den Unternehmer. Die Insel müsse wieder aufgebaggert werden, so Politiker Carsten Schatz. Ob dass die richtige Perspektive der Diskussion in Fragen des Umweltschutzes sei, bezweifelt Marc Oliver Ram (SPD). „Bei der Entfernung wurden Fauna und Flora zerstört, ein erneuter Eingriff würde weitere Schäden bedingen.

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