Denkmalschutz

Streit um historische Ausflugsgaststätten in Grünau

Auf dem Gelände der Ausflugsgaststätten "Riviera" und "Gesellschaftshaus" soll eine Wohnanlage entstehen. Der Ortsverein ist alarmiert.

Fotoshooting vor der ehemaligen Ausflugsgaststätte Riviera

Fotoshooting vor der ehemaligen Ausflugsgaststätte Riviera

Foto: Reto Klar

Treptow-Köpenick. Der Streit um die geplante Seniorenresidenz auf dem Areal der historischen Ausflugsgaststätten "Riviera" und "Gesellschaftshaus" geht in eine weitere Runde. Der Ortsverein Grünau mit seiner AG Ortsgestaltung lädt am kommenden Sonnabend zur Demonstration (14 Uhr) gegen die "Zerstörung der Baudenkmäler", beide Bauten stehen seit den 70er-Jahren unter Denkmalschutz.

"Die Entscheidung für die Wohnanlage führt dazu, dass der Südosten als Naherholungsgebiet für die Berliner verloren geht", so argumentiert Nils R. Schultze von der Ortsgestaltung. Zumal das neue Konzept keinen Biergarten am Wasser mehr vorsieht, sondern an der wasserabgewandten Seite.

Die seit Jahren leerstehenden und verrottenden Häuser aus dem 19. Jahrhundert sollen in das Projekt "Vitalresidenz Riviera" integriert werden. Es umfasst laut Bauplanung des Investors Terragon rund 200 Wohnungen sowie 50 Tiefgaragen. Die Anlage verfügt insgesamt über 15.000 Quadratmeter Wohn-und Nutzfläche. Damit werden auch die Gärten der früheren Gaststätten überbaut, so Schultze. Er fürchtet, dass das idyllische Areal am Wasser seinen ursprünglichen Charakter verliert, zumal auch die mehrgeschossigen Neubauten einfach "zu groß" sind, nicht typisch für Grünau.

2006 wurde das Gelände an einen türkischen Investor verkauft, Pläne für ein Kongresszentrum vorgelegt. Doch daraus wurde nichts, die Gebäude verfielen zunehmend. 2016 kaufte Terragon das Grundstück.

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