Attacke

Rentnerin nach Angriff auf Kopftuchträgerinnen verurteilt

Die 68-Jährige Rentnerin muss eine Geldstrafe zahlen, nachdem sie mit der Faust schlug und die Frauen verletzend beschimpfte.

Frauen mit Kopftuch gehen in Berlin spazieren

Frauen mit Kopftuch gehen in Berlin spazieren

Foto: dpa

Berlin. Für eine Attacke gegen zwei Kopftuchträgerinnen in Berlin-Treptow muss eine Rentnerin 2400 Euro Strafe zahlen. Die 68-Jährige habe eine der Geschädigten auf offener Straße unvermittelt mit der Faust geschlagen und beide Frauen ehrverletzend beschimpft, weil sie "starke Vorbehalte" gegenüber Muslimen habe, begründete am Mittwoch das Amtsgericht Tiergarten. Die Rentnerin wurde der Körperverletzung und Beleidigung schuldig gesprochen. Die 68-Jährige hatte die Vorwürfe zuvor zurückgewiesen und erklärt, sie sei nicht ausländerfeindlich.

Bei den Geschädigten handelt es sich um Mutter und Tochter

Die Frauen im Alter von 44 und 25 Jahren waren im Januar 2018 auf dem Weg zu einem Möbelkaufhaus, als sie auf einem Gehweg attackiert wurden. "Die Frau kam uns entgegen und gab mir unvermittelt einen Faustschlag in mein Gesicht", sagte die Tochter. Die ihr fremde Passantin habe dann am Kopftuch ihrer Mutter gezogen. "Was soll denn das", habe die Angeklagte gerufen und sie unter anderem als "Islampack" beschimpft.

Die Angeklagte habe Menschen wegen ihrer Religion geschlagen und beschimpft, sagte die Richterin. Mit der Strafe in Höhe von 60 Tagessätzen zu je 40 Euro folgte sie dem Antrag der Staatsanwältin.

Der Verteidiger hatte auf Freispruch plädiert. Die Version seiner Mandantin, sie sei zuvor beleidigt worden und habe in ihrer Aufregung die 25-Jährige ohne Absicht mit dem Ärmel gestreift, sei nicht widerlegt worden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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