Waldstück in Rahnsdorf

14-Jährige bedroht: Angeklagter bestreitet sexuelles Motiv

Ein verurteilter Sexualtäter griff nach seiner Haftentlassung eine 14-Jährige an. Er habe sie nicht vergewaltigen wollen, sagt er.

Kriminalgericht Moabit

Kriminalgericht Moabit

Foto: Jens Kalaene / dpa

Ein vorbestrafter Sexualtäter, der in Rahnsdorf junge Frauen angegriffen haben soll, hat die Vorwürfe vor dem Landgericht weitgehend zurückgewiesen. Ein 14 Jahre altes Mädchen habe er zwar festgehalten, aber nicht aus sexuellen Motiven, erklärte der 45-Jährige am Donnerstag zu Prozessbeginn.

Er habe die Schülerin ausrauben wollen, dann aber wegen ihres jugendlichen Alters von ihr abgelassen. Für einen Übergriff auf eine 18-jährige Frau im Jahr 2003 sei er nicht verantwortlich. Die Staatsanwaltschaft strebt auch Sicherungsverwahrung für den Beschuldigten an.

Die Anklage lautet auf versuchte Vergewaltigung und sexuelle Nötigung. Im Juli 2016 habe der gelernte Koch nahe dem S-Bahnhof Rahnsdorf eine Schülerin auf ihrem Weg von der Schule nach Hause überfallen. Er habe die 14-Jährige mit einem Messer bedroht und in ein Gebüsch gezerrt, heißt es in der Anklage. Dem Mädchen mit Kampfsporterfahrung sei es aber gelungen, dem Angreifer zwei Schläge ins Gesicht zu versetzen. Er habe daraufhin von ihr abgelassen.

Die Ermittlungen im Fall der Schülerin führten auch zu dem Verdacht, dass der Angeklagte für den Missbrauch einer 18-Jährigen etwa 13 Jahre zuvor im selben Waldstück verantwortlich sein könnte.

Im Jahr 2008 hatte er dort eine 25-Jährige überwältigt, vergewaltigt und mit verbundenen Augen zurückgelassen. Er erhielt deshalb sechseinhalb Jahre Haft. Nur sieben Monate nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis hatte er am selben Tatort die 14-Jährige festgehalten.

"Sie war allein, ich brauchte Geld", sagte der Angeklagte. Er habe zunächst gedacht, die Fremde wäre 20 bis 25 Jahre alt. "Ein Klappmesser hatte ich definitiv nicht dabei", erklärte der 45-Jährige. "Und ich habe abgebrochen, als ich merkte, dass es ein sehr junges Mädchen ist."

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte für die Allgemeinheit gefährlich ist. Der Prozess geht am 14. März weiter.

© Berliner Morgenpost 2017 – Alle Rechte vorbehalten.