Altglienicke

Brandanschlag auf Bienenwagen: 270.000 Bienen verendet

Am Wochenende hatten Unbekannte einen Bienenwanderwagen in Altglienicke angezündet. Besitzer Horst Wrase ist noch immer schockiert.

Der Anblick des komplett ausgebrannten Anhängers treibt Horst Wrase auch zwei Tage nach dem Brandanschlag die Tränen in die Augen. Mehr als 270.000 Bienen summen nicht mehr in Altglienicke. Sie sind verbrannt in dem Bienenwanderwagen.

Acht Bienenvölker hatten dort ihr Winterquartier. "Noch ein paar Wochen und sie wären von hier aus ausgeschwärmt", sagt der leidenschaftliche Imker. Seit seiner frühesten Jugend interessiert er sich für Bienen. Sein Großvater und auch sein Vater waren Imker. "Ich kann mich an keine Zeit meines Lebens erinnern in der ich nicht mit Bienen zu tun hatte", sagt der heute 78 Jahre alte Mann.

Schwierige Löscharbeiten

Anwohner hatten am Sonnabendnachmittag gegen 15 Uhr die Feuerwehr alarmiert. Die lodernden Flammen am Wegesrand waren weithin sichtbar. Indes hatten sich die Löscharbeiten für die Einsatzkräfte der Feuerwehr schwierig gestaltet. Denn die Flammen drohten auf die angrenzenden Bäume überzuspringen.

Zum anderen wirkt das mit Bienenwachs getränkte Holz wie ein zusätzlicher Brandbeschleuniger. "Wer immer das gemacht hat, der hat keinen Respekt vor dem Leben, vor der emsigen Arbeit, die Bienen leisten", sagt der Senior mit etwas Bitterkeit in der Stimme. Bis zu 50 Kilogramm Honig liefert ein Volk pro Saison. Eine Menge Honig, der bei vielen Familien allmorgendlich auf dem Frühstückstisch steht. "Doch soweit reicht offenbar der Verstand der Brandstifter nicht", sagt er weiter.

Mit dem Bienenwanderwagen durchs Land gezogen

Bis vor zwei Jahren ist er mit seinem Bienenwanderwagen in jedem Frühjahr quer durchs Land gezogen. Erste Station Werder, zur Baumblütenzeit. Dann ging es weite nach Mecklenburg Vorpommern in die Raps-Felder. Von dort in den Orderbruch, wo vor allem Akazien von den Bienen angeflogen werden. Und schließlich noch einmal in Richtung Mecklenburg-Vorpommern, wo im Spätsommer die Blüten des Rotklee auf der Sammelliste der Bienen stehen.

"Seit Jahrzehnten steht der Wagen beinahe jeden Winter hier am Waldrand. Die Bienen überwintern dann in dem Wagen. egal wie kalt es draußen ist. So ein Volk schafft es immerhin, die Temperatur stets auf 18 Grad zu halten", sagt der Vorsitzende des Imker-Verein Treptow.

"Im vergangenen Jahr habe ich den Vorsitz abgegeben. Und jetzt musste ich mich unfreiwillig von acht Bienenvölker trennen. Das schmerzt", sagt Horst Wrase.

Nach Angaben von Zeugen sollen zum Zeitpunkt des Feuers mehrere Jugendliche in der Nähe aufgehalten haben. Jetzt ermittelt die Kriminalpolizei.