Kandidatur um CDU-Vorsitz

Schöneberger Student will Angela Merkels Nachfolger werden

Jan-Philipp Knoop in Schöneberg will für den CDU-Bundesvorsitz kandidieren, auch wenn er praktisch keine Unterstützung hat.

Der Schöneberger Student Jan Philipp Knoop will immer noch CDU-Bundesvorsitzender werden.

Der Schöneberger Student Jan Philipp Knoop will immer noch CDU-Bundesvorsitzender werden.

Foto: Marion Hunger

Berlin. Der Schöneberger Student Jan-Philipp Knoop will beim Bundesparteitag der CDU für den Parteivorsitz kandidieren, auch wenn er nun nicht mehr gegen Kanzlerin Angela Merkel antreten kann. Die CDU-Bundesvorsitzende hat am Montag bekannt gegeben, dass sie sich nicht erneut für den Vorsitz bewerben wird.

Der 26-Jährige hatte jüngst mit der Ankündigung überrascht, beim Parteitag im Dezember Merkel als Parteichefin ablösen zu wollen. „Ich will mit meiner Kandidatur ein Zeichen setzen, dass es so nicht weitergehen kann mit Frau Merkel und der CDU“, so Knoop damals. Als unabhängiger Kandidat, der nicht schon seit 20 Jahre Posten besetze, stehe er für eine glaubhafte Erneuerung.

Kandidatur nicht an Gegenkandidaten geknüpft

Am Montag sagte der Student: "Ich trete auch an, wenn Frau Merkel nicht mehr kandidiert." Er werde seine Kandidatur nicht an Gegenkandidaten knüpfen. "Es gibt zu viele Probleme, die innerhalb der Partei angesprochen werden müssen", so Knoop. "Dafür steht meine Kandidatur und dafür möchte ich um Vertrauen bei den Delegierten ringen." An den Äußerungen aus der Partei zeige sich, dass der Wille nach Veränderung groß sei.

Nicht jeder darf antreten

Um kandidieren zu können, muss Knoop als Kandidat entweder von einem Gremium oder einem Delegierten auf dem Parteitag vorgeschlagen werden. Im eigenen Ortsverband Kleistpark und im Kreisverband Tempelhof-Schöneberg fehlt ihm aber jeglicher Rückhalt. "In der CDU Deutschlands hat grundsätzlich jedes Mitglied das Recht, an Wahlen teilzunehmen", schrieb ihm Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer auf seine Anfrage hin. Dieses gelte nach Paragraph 6 Abs. l Statut der CDU aber nur im Rahmen der Gesetze und der satzungsrechtlichen Bestimmungen. Zu diesen gehöre, dass die Kandidatur eines Vorschlags bedarf: Im Vorfeld des Parteitags durch die Vorstände der zum Parteitag antragsberechtigten Gliederungen oder Bundes- Vereinigungen; auf dem Parteitag selbst durch eine stimmberechtigte Delegierte oder einen stimmberechtigten Delegierten des Parteitags. "Ein Eigenvorschlag genügt nicht", so die Generalsekretärin.

Knoop zweifelt Voraussetzungen an

Dies aber zweifelt Knoop an. "Im Statut steht das Prozedere nicht beschrieben", sagt der Jurastudent. "Es scheint sich lediglich um ein Gewohnheitsrecht zu handeln." Sollte ihm seine Kandidatur doch noch möglich sein, so gilt sie als chancenlos. Jan-Philipp Knoop will trotzdem damit ein Zeichen setzen. Als junges Mitglied, das sich im rechten Flügel der Partei engagieren möchte. Sein Ziel: AfD-Wähler zurückholen.

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