Berliner Bäderbetriebe

Stadtbad Schöneberg schließt für Umbau

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Das Stadtbad Schöneberg wurde 1930 eröffnet. Es steht heute unter Denkmalschutz.

Das Stadtbad Schöneberg wurde 1930 eröffnet. Es steht heute unter Denkmalschutz.

Foto: Elke A. Jung-Wolff / BBB

Bis 1. Mai können Besucher das Schwimmbad „Hans Rosenthal“ noch nutzen, bevor es mindestens ein Jahr lang zum Umbau geschlossen wird.

Berlin. Dem Stadtbad Schöneberg steht eine länger andauernde Sanierung bevor. Ab dem Frühjahr werden die Fenster getauscht und die Lüftungsanlage erneuert. Möglich wird das, weil das Land Berlin so viel Geld wie noch nie in die Erneuerung seiner Schwimmbäder steckt. Neuigkeiten gibt es auch für das Kombibad in Mariendorf. Nachdem der Neubau abgesagt worden war, war zunächst unklar, wie man den Standort sichern will. Dafür zeichnet sich nun eine Lösung ab.

Zunächst aber zurück zum Stadtbad Schöneberg: Dort wird der 1. Mai dieses Jahres der zunächst letzte Badetag sein, bevor das Bad in der Hauptstraße 39 für mindestens ein Jahr geschlossen bleibt. Neben Fenstern und Belüftung sind auch die Becken dran. Sie werden neu gefliest.

Sanierungsstau bei Berliner Schwimmbädern hoch

Die geplanten Kosten der Sanierung belaufen sich laut der Berliner Bäderbetriebe (BBB) auf 7,9 Millionen Euro. Die letzte größere Sanierung erfuhr das Schöneberger Stadtbad, das den Beinamen „Hans Rosenthal“ trägt, in den Jahren 2009 bis 2012. Damals wurden jedoch etliche Arbeiten aus Kostengründen verschoben.

Vielen Berliner Schwimmbädern geht es ähnlich: Der Sanierungsstau ist hoch. Aus diesem Grund hat das Land Berlin erst kürzlich entschieden, insgesamt 152 Millionen Euro in die Sanierung seiner Schwimmhallen und Freibäder zu stecken. „Das ist eine enorme Summe, die es uns ermöglicht, so umfassend in die Bäder zu investieren, wie das bisher nicht möglich war“, sagt der Vorstandsvorsitzende der BBB, Johannes Kleinsorg.

Kombibad Mariendorf wird saniert

Den wohl größten finanziellen Aufwand beansprucht die Sanierung vom Wellenbad am Spreewaldplatz: Das 36 Jahre alte Freizeitbad im Herzen von Kreuzberg wird ab Mai für rund 42 Millionen Euro saniert und zugleich grundlegend modernisiert. Das Bad soll laut Bäderbetrieben attraktiver für alle Nutzergruppen werden und einen hohen Maßstab an künftige Sanierungen legen.

In den kommenden Jahren stehen dann weitere Teil- oder Komplettsanierungen an, darunter im Stadtbad Mitte oder im Sommerbad am Insulaner. Auch Neubauten sind in Planung, zum Beispiel das Multifunktionsbad Pankow. Ursprünglich sollte auch das Kombibad Mariendorf neu gebaut werden. Doch die Bäderbetriebe sagten den Neubau wegen enormer Kostensteigerungen im März vergangenen Jahres ab.

Ersatz für Kombibad Mariendorf in Planung

Da nun große Investitionen durch das Land vorgesehen sind, ist es jedoch möglich, das Kombibad umfangreich zu sanieren. Wann genau die Arbeiten beginnen, konnte Sabine Beikler, Pressesprecherin der Senatsverwaltung für Inneres, Digitalisierung und Sport, auf Nachfrage noch nicht beantworten. „Der Baubeginn ist unter anderem noch abhängig von den erforderlichen und noch anstehenden Objekt- und Fachplanungen. Eine Aussage zum Baubeginn ist noch nicht möglich“, so Beikler.

Nach jetzigem Stand müssten 32,1 Millionen Euro in die Sanierung gesteckt werden. Dabei kommen etwa sechs Millionen Euro aus der Förderung des Bundesprogramms „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen, Sport, Jugend und Kultur“ und der Rest aus Haushaltsmitteln. Der Neubau ist damit laut Beikler endgültig vom Tisch.

Um die Umbauzeit zu überbrücken, soll jedoch ein Interimsbad in der Region Charlottenburg-Wilmersdorf und Tempelhof-Schöneberg entstehen. Ein genauerer Standort könne derzeit noch nicht genannt werden, so die Sprecherin. 7,5 Millionen Euro sollen dafür aufgewendet werden.

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