Tempelhof

25 Transporter angezündet: Tat soll Konzern treffen

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Gegen 3.40 Uhr in der Nacht auf Montag wurden die Einsatzkräfte zu einem Parkplatz in der Germaniastraße in Tempelhof gerufen. Dort brannten etliche Kleintransporter.

Gegen 3.40 Uhr in der Nacht auf Montag wurden die Einsatzkräfte zu einem Parkplatz in der Germaniastraße in Tempelhof gerufen. Dort brannten etliche Kleintransporter.

Foto: Ralph Peters / imago/Ralph Peters

Laut Schreiben sollen „Anarchisten“ in Tempelhof Autos angezündet haben. Schaden wollten sie damit wohl einem Internet-Konzern.

Berlin.  25 Transportfahrzeuge sind in der Nacht zu Montag auf dem Grundstück eines Logistikunternehmens in der Germaniastraße in Berlin-Tempelhof in Flammen aufgegangen. Die Brände wurden offensichtlich absichtlich gelegt – angeblich mit dem Ziel, dem Internetkonzern „Amazon“ zu schaden. So zumindest geht dies aus einem Bekennerschreiben hervor, das später im Internet auf einer vor allem von Linksextremisten genutzten Plattform veröffentlicht wurde.

„Die technologischen Entwicklungen des IT-Riesen weisen in eine düstere Zukunft einer dystopischen Überwachungs- und Kontrollgesellschaft“, heißt es darin. Amazon sei „treibende Kraft bei der Etablierung eines digitalen Kapitalismus“. Und weiter: „Nur seine gänzliche Zerstörung, mittels der notwendigen befreienden Gewalt, wird dem ein Ende bereiten können.“

Die Fahrzeuge gehörten zum Logistik-Unternehmen „Kampo Logistik“. 25 Transporter wurden beschädigt, 18 davon weisen einen Totalschaden auf. Wie hoch der finanzielle Schaden ist, ist noch nicht bekannt. Ein Brandkommissariat des Landeskriminalamts hatte zunächst die Ermittlungen übernommen. Die wurden laut einem Polizeisprecher mittlerweile an den für politisch motivierte Delikte zuständigen Staatsschutz übergeben.

A100 musste wegen des Rauchs gesperrt werden

Polizei und Feuerwehr wurden um 3.40 Uhr am Montagmorgen zum Einsatzort gerufen. Wegen der starken Rauchentwicklung musste die A100 auf Höhe Tempelhofer Damm und Oberlandstraße für etwa eine halbe Stunde gesperrt werden, wie die Berliner Polizei in einer Mitteilung erklärt. „Auch der öffentliche Personennahverkehr war betroffen.“

Die mutmaßlichen Brandstifter nehmen auch auf die Rolle Amazons in Berlin Bezug. Im Internet führe kaum noch ein Weg an dem Unternehmen vorbei, heißt es. Das sei auch bald im „physischen Raum“ so. An der Warschauer Brücke in Friedrichshain entsteht derzeit im Auftrag von Amazon der 35 Stockwerke hohe Edge East Side Tower. 3400 Amazon-Beschäftigte sollen dort zukünftig arbeiten. Die Bekenner kritisieren, dies werde Mieten weiter nach oben treiben und Verdrängungsprozesse in den umliegenden Kiezen beschleunigen.

Als Gründe für das Feuer wird auch die Verbundenheit zu den Besetzern in Lützerath sowie die Inhaftierung von Anarchisten in Italien, Griechenland und der Türkei genannt.

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