Tempelhof-Schöneberg

Bezirk könnte Milieuschutz ausweiten

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Um Anwohner besser vor Verdrängung zu schützen, will der Bezirk das Wohngebiet rund um den Wittenbergplatz in Schöneberg unter Milieuschutz stellen. Noch fehlt der finale politische Beschluss.

Um Anwohner besser vor Verdrängung zu schützen, will der Bezirk das Wohngebiet rund um den Wittenbergplatz in Schöneberg unter Milieuschutz stellen. Noch fehlt der finale politische Beschluss.

Foto: Babette Ackermann Reiche / bm infografik

Vom Ausschuss bekam der Vorschlag bereits die Zustimmung: Um den Wittenbergplatz und in Mariendorf soll Milieuschutz eingeführt werden.

Berlin.  Tempelhof-Schöneberg könnte zwei neue Milieuschutzgebiete bekommen. Im Ausschuss für Stadtentwicklung stimmten die Mitglieder kürzlich mehrheitlich dafür, für die Wohngebiete um den Wittenbergplatz in Schöneberg sowie in Mariendorf südlich vom Teltowkanal eine sogenannte soziale Erhaltungsverordnung zu erlassen. Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) muss der Empfehlung noch final zustimmen.

Das erste Untersuchungsgebiet rund um den Wittenbergplatz wird im Westen und Norden von der Bezirksgrenze zu Mitte begrenzt. Im Osten endet es am Nollendorfplatz und der Else-Lasker-Schüler-Straße und im Süden an der Lietzenburger, Kleist- und Fuggerstraße.

Das Gebiet in Mariendorf wird grob eingerahmt vom Teltowkanal im Norden, der Ringstraße im Westen und der Straße Alt-Mariendorf im Süden. Das vorgeschlagene Gebiet endet östlich unter anderem am Lerchenweg, Eisenacher Straße, Westphalweg, Prühßstraße und Mariendorfer Damm.

Im Jahr 2021 startete das bezirkliche Stadtplanungsamt eine Untersuchung der beiden Kieze. Dafür wurden Anwohnende schriftlich zu ihrer Wohn- und Lebenssituation befragt. Die Antworten wurden durch das Büro LPG mbH ausgewertet und eine Empfehlung formuliert. Das Büro kommt in beiden Fällen zu dem Ergebnis, dass der Milieuschutz ein ratsames Instrument sein könnte, um Bewohner vor Verdrängung zu schützen.

Betrachtet wurde unter anderem der Aufwertungsdruck. Dazu gehört die Tendenz, Miet- in Eigentumswohnungen umzuwandeln oder nicht baulich notwendige Modernisierungen durchzuführen. Beides kann zur Verdrängung der dort lebenden Bevölkerung führen – und in beiden Gebieten sind diese Entwicklungen zu erkennen. Hält man diese nicht auf, kann die soziale Mischung durch steigende Mietpreise gefährdet werden.

Neben dem Wittenbergplatz und dem Mariendorfer Wohngebiet war im Rahmen der Untersuchung auch ein Friedenauer Kiez betrachtet worden. Dafür liegt aber bislang kein Antrag auf Milieuschutz vor. Insgesamt gibt es derzeit acht Milieuschutzgebiete in Tempelhof-Schöneberg. Die Bezirksverordneten müssen die Empfehlung des Ausschusses für die beiden neuen Gebiete erst noch beschließen. Das könnte im Februar der Fall sein.

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