Schöneberg

Kneipe „Zum Umsteiger“: Umbau beginnt im kommenden Jahr

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Wie ein Überbleibsel aus einer anderen Zeit: Der ehemaligen Berliner Kneipe „Zum Umsteiger“ steht eine neue Zukunft bevor. Nachdem das mehr als 100 Jahre alte Haus entkernt wurde, folgt als nächstes der Ausbau.

Wie ein Überbleibsel aus einer anderen Zeit: Der ehemaligen Berliner Kneipe „Zum Umsteiger“ steht eine neue Zukunft bevor. Nachdem das mehr als 100 Jahre alte Haus entkernt wurde, folgt als nächstes der Ausbau.

Foto: Sergej Glanze / FUNKE Foto Services

Berühmte Kiez-Kneipe „Zum Umsteiger“ an der Yorckstraße wird für die Jugendsozialarbeit wiederbelebt. Arbeiten haben begonnen.

Berlin. Bier gibt es schon lange keines mehr, und auch der Wasserschaden ist Vergangenheit: Zuletzt war die ehemalige Gaststätte „Zum Umsteiger“ an der Yorckstraße 56a in Schöneberg ein verwaister Ort mit ungewisser Zukunft. Nun geht es voran. Der Umbau hat begonnen, das Gebäude wurde vollständig entkernt, wie Eigentümerin Katharina Semer, Geschäftsführerin der Dr. Wolfgang Schröder Immobilien GmbH, auf Nachfrage mitteilt. Die neuen Nutzer stehen weiterhin in den Startlöchern.

Einziehen möchte seit Jahren schon der Schöneberger Verein „Die kulturellen Erben“, der im Kiez soziale Projekte für Jugendliche umsetzt. „Wir haben ein konkretes Mietangebot bekommen“, freut sich Vereinsgründer Ibrahim Omari auf Nachfrage. Das liege nun zur Prüfung beim Bezirk Tempelhof-Schöneberg, der die Miete für den Verein trägt. Fünf Jahre habe es nun bis zum konkreten Angebot gedauert, sagt Omari.

„Die kulturellen Erben“ machen Jugendarbeit im Kiez

Wegen vieler offener Fragen zum Umbau, die vor allem mit einem Wasserschaden und dem Denkmalschutz des Gebäudes zu tun hatten. Nun aber ein Fortschritt: „Der Ausbau beginnt kurzfristig, das Fertigstellungsdatum ist noch nicht definiert“, erklärte Katharina Semer. Derzeit hole man Angebote für den Ausbau ein.

Die „Kulturellen Erben“ bieten Kindern und Jugendlichen jeder ethnischer oder kultureller Herkunft die Möglichkeit, künstlerisch aktiv zu werden und ihre Freizeit sinnvoll zu gestalten. Gemeinsam wird gemalt, getanzt, Ausstellungen organisiert.

Bezirk unterstützt Nutzung des „Umsteigers“ für die Jugendsozialarbeit

Viele Projekte finden derzeit am Pallasseum in Schöneberg oder im Park am Gleisdreieck statt. Denn bisher fehlt ein Ort zum Sein. Aus diesem Grund will nicht nur der Verein, sondern auch der Bezirk Tempelhof-Schöneberg die Vereinsarbeit im Kiez verstetigen und an einen konkreten Ort binden. Mit dem leerstehenden Umsteiger schien bereits vor Jahren der richtige Ort gefunden zu sein. Jedoch ging es baulich nicht voran.

Derzeit finden laut Bezirksstadträtin Angelika Schöttler (SPD) noch Abstimmungen zum Ausbau statt. Etliche Maßnahmen sind jedoch genehmigt. „Es ist absehbar, dass somit einer baulichen Herrichtung für eine Einrichtung der sozialen Jugendarbeit – was Grundannahme aller Abstimmungen war – inhaltlich nichts entgegen stehen dürfte“, so die Stadtentwicklungsstadträtin. Auch der Bezirk hat die Nachnutzung des Umsteigers als Ort der Jugendarbeit stets befürwortet.

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