Auszeichnung

FC Internationale gewinnt Großen Stern des Sports in Silber

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Nachhaltigkeit, wo es nur geht: Im Training benutzen die Sportlerinnen und Sportler nachhaltig produzierte Bälle. Darauf zu lesen ist der Slogan „No Racism“, ein dem Verein wichtiges Statement.

Nachhaltigkeit, wo es nur geht: Im Training benutzen die Sportlerinnen und Sportler nachhaltig produzierte Bälle. Darauf zu lesen ist der Slogan „No Racism“, ein dem Verein wichtiges Statement.

Foto: FC Internationale Berlin 1980

Erneut ist der Fußballclub FC Internationale aus Schöneberg für sein nachhaltiges Engagement ausgezeichnet worden.

Berlin.  Und erneut geht ein Preis für nachhaltiges Engagement an den Schöneberger Sportverein FC Internationale Berlin 1980. Erst Ende September gewann er den Award für Nachhaltigkeit. Nun zeichnete die Berliner Volksbank zusammen mit dem Landessportbund den Fußballverein mit dem Großen Stern des Sports in Silber aus. Somit rückt er ins Finale des bundesweiten Wettbewerbs im Januar und hat die Chance den Großen Stern des Sports in Gold zu ergattern.

Der Preis ist mit einer Siegprämie in Höhe von 4000 Euro verbunden. Die Auszeichnung in Silber ging an insgesamt sechs Berliner Sportvereine. Und eine weitere Auszeichnung folgte: Nur ein paar Tage später erhielt der FC Internationale mit vier anderen Vereinen den erstmals verliehenen Zukunftspreis der Fußball-Stiftungen.

FC Internationale: Projekt „Interaction“ brachte Auszeichnung ein

Den Großen Stern des Sports erhielten die Sportlerinnen und Sportler für viele unterschiedliche kleinere und größere Maßnahmen, die mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz in den Verein bringen sollen. Über mehr als ein Jahr wurden unterschiedliche Aktionen geplant und eingeführt. Das daraus entstandene Projekt „Interaction“ überzeugte letztlich die Jury und brachte dem Verein die Auszeichnung ein.

Den Anfang machte die ZNU-Zertifizierung für nachhaltiges Wirtschaften vom TÜV Rheinland, die der Verein im Jahr 2021 erhielt. Im Fußball-Training werden fair gehandelte Bälle benutzt ein, der Fanshop wurde auf faire und nachhaltige Produkte umgestellt. Um die Insekten der Stadt bei der Futtersuche zu unterstützen, legten die Mitglieder Blumenbeete an. Und auch bei der Versorgung der Vereinsmitglieder tat sich was: Beim Catering werden nur noch regionale Produkte verwendet. Zudem sind Ernährungstipps für die Kinder in den Feriencamps entwickelt worden.

FC Internationale engagiert sich auch im sozialen Bereich

Neben Themen des Umweltschutzes engagiert sich der FC Internationale auch im sozialen Bereich. Er kooperiert seit Jahren mit den Berliner Werkstätten für Menschen mit Behinderung, spielt seit den 90ern mit dem Slogan „No Racism“, trat dem Bündnis gegen Antisemitismus des Bezirks Tempelhof-Schöneberg bei und arbeitet mit mehreren Schulen zusammen. Der Verein hat sich zudem dazu verpflichtet, nach den 17 Nachhaltigkeitszielen der UN zu arbeiten.

Besonders wichtig ist den Vereinsvertretern auch, ein Anlaufpunkt für Kinder und Jugendliche jeder sozialer Herkunft zu sein. „Wir wollen kein Verein für reiche Bildungsbürger werden, sondern wir wollen weiterhin möglichst gut die Berliner Mischung abbilden. Auch Kinder und Jugendliche aus armen Familien müssen Zugang zum organisierten Sport haben“, sagt Vereinsvorsitzender Gerd Thomas. Insgesamt 70 Nationalitäten sind beim FC Internationale vertreten.

„Es fehlen engagierte Sportpolitiker in der Stadt“

Wie viele Berliner Sportvereine steht der Club vor dem Problem, nicht ausreichend Sportflächen zur Verfügung zu haben. Die Warteliste der Neumitglieder sei bei 400 Wartenden geschlossen worden, weil man sie nicht betreuen kann. Gerd Thomas hat beobachtet, dass der Platzmangel in den vergangenen Jahren größer geworden ist. „Es gibt zu wenige renommierte und engagierte Sportpolitiker in der Stadt. Sport muss endlich als Querschnitts-Aufgabe verstanden werden“, lautet deshalb seine Forderung.

Gerade mit Fußball könne man „so viel Positives für die Umwelt und eine solidarischere Gesellschaft bewegen“, so der Vereinsvorsitzende. Um sich selbst zu helfen, will der Verein eine Stiftung gründen, mit der Geld zusammengetragen werden kann. „Wir sind in den letzten Jahren stark in Vorleistung gegangen. Nun sind wir offen für weitere Mitstreiter, die Lust haben, den Sport als Instrument zu nutzen, um unsere Stadt noch lebenswerter zu machen“, so Gerd Thomas.

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