Kriminalität

Zahl der Straftaten in Tempelhof-Schöneberg gestiegen

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Im Jahr 2021 wurden in Tempelhof-Schöneberg mehr als 35.700 Straftaten bei der Berliner Polizei erfasst.

Im Jahr 2021 wurden in Tempelhof-Schöneberg mehr als 35.700 Straftaten bei der Berliner Polizei erfasst.

Foto: David Inderlied / dpa

Im ersten Halbjahr 2022 registrierte die Berliner Polizei in Tempelhof-Schöneberg rund 2600 Straftaten mehr als im Vorjahreszeitraum.

Berlin.  Die Zahl der im ersten Halbjahr dieses Jahres durch die Berliner Polizei erfassten Straftaten in Tempelhof-Schöneberg ist gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich gestiegen. Das geht aus zwei schriftlichen Anfragen der Abgeordneten Scott Körber und Roman Simon (beide CDU) hervor. Wie aus den Antworten der Senatsinnenverwaltung zu entnehmen ist, hat sich die Zahl der Straftaten im ersten Halbjahr 2022 um mehr als 2600 auf 20.097 Delikte erhöht.

In den ersten Monaten des Vorjahres betrug diese Zahl noch rund 17.400. Besonders die Zahl der Fahrraddiebstähle hat sich von 881 um 286 auf 1167 erhöht. Auch Sachbeschädigungen im öffentlichen Raum haben zugenommen. 691 Fälle gab es im ersten Halbjahr dieses Jahres (2021: 618). Die Zahl der Raubüberfälle hat in diesem Jahr ebenfalls zugenommen. Wurden von Januar bis Juni 2021 noch 101 Taten festgestellt, waren es im selben Zeitraum ein Jahr später 138.

Tempelhof-Schöneberg: Zahl der Straftaten schwankt

Abgenommen haben dagegen die Fälle von Autodiebstählen – mit inbegriffen sind die Taten, bei denen Gegenstände aus einem Fahrzeug entwendet wurden. Im vergangenen Jahr wurden 1332 registriert, 2022 waren es 51 Taten weniger (1281). Auch wegen Keller- oder Dachbodeneinbrüchen wurde die Polizei seltener gerufen (2021: 987, 2022: 517). Wohnungseinbrüche wurden ebenso weniger registriert. Die Zahl sank von 193 im vergangenen auf 31 in diesem Jahr.

Insgesamt wurden 2021 genau 35.777 Straftaten registriert. Die meisten davon auf dem Revier A44 in Tempelhof und Mariendorf Nord (11.072). Im Vergleich zum Vorjahr waren die kriminellen Handlungen im Bezirk 2021 jedoch gesunken.

Körber und Simon (CDU): Mehr Prävention notwendig

Laut Scott Körber und Roman Simon sei die „deutlich angestiegene Kriminalität“ in Tempelhof-Schöneberg „erschreckend und bedrückend“. Dennoch würden die Menschen im Bezirk keine Initiative vom Berliner Senat spüren. „Die Alltagskriminalität nimmt genauso zu wie schwere Straftaten. So geht es nicht weiter: Tempelhof-Schöneberg braucht ein Umsteuern!“, teilen Körber und Simon in einer gemeinsamen Mitteilung mit.

Ihre Kritik richtet sich an den rot-grün-roten Senat: „Ginge es nach der CDU, wären viel mehr Polizisten als Kontaktbereichsbeamte vor Ort unterwegs, statt sich mit Verwaltungstätigkeiten am Schreibtisch rumzuschlagen.“ Gefordert war auch eine neue Einheit zur Bekämpfung von Einbruchdiebstählen in den Außenbezirken. Klar sei jedoch, dass allein mit mehr Polizei kein „Umsteuern“ gelingen werde. „Notwendig ist auch deutlich mehr Prävention“, so Körber und Simon.

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