Friedenau

Handjerystraße: Initiative erwirkt Einwohnerantrag

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Julia Lehmann
Die Handjerystraße in Friedenau wird zur Fahrradstraße.

Die Handjerystraße in Friedenau wird zur Fahrradstraße.

Foto: Sergej Glanze / FUNKE Foto Services

Die Bezirkspolitik muss das Thema nun erneut auf ihre Agenda nehmen. Anwohnergruppe kritisiert die Umwidmung zur Fahrradstraße.

Berlin.  Die geplante Umgestaltung der Handjerystraße in Friedenau zur Fahrradstraße beschäftigt die Menschen im Bezirk weiter. Eine Anwohnergruppe hatte kürzlich eine Unterschriftensammlung gestartet und nun verkündet, die nötige Anzahl von 1000 Unterschriften erreicht zu haben. Genau genommen kamen 1351 Unterstützer zusammen, 1057 Unterschriften waren gültig. Damit gelingt es der Initiative, ihr Anliegen der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Tempelhof-Schöneberg vorzulegen. Wahrscheinlich wird das Thema bereits in der Sitzung am 31. August diskutiert.

BVV-Vorsteher Stefan Böltes (SPD) bestätigte am Mittwoch, dass die erforderliche Mindestanzahl eingegangen ist. Das Rechtsamt des Bezirks hatte die Gültigkeit überprüft. Dass das Thema noch immer bewegt, zeuge von der besonderen politischen Bedeutung, die das Thema habe. „Dabei hatten wir die Umgestaltung hinlänglich in der BVV diskutiert“, so Böltes. Über den Einwohnerantrag muss die BVV innerhalb von zwei Monaten einen Beschluss fällen.

294 Unterschriften mussten für ungültig erklärt werden, da die Unterzeichner entweder unter 16 Jahren waren oder nicht im Bezirk Tempelhof-Schöneberg leben, teilt die Initiative mit.

Handjerystraße: Gruppe fordert Beteiligung der direkt betroffenen Anwohner

Die Bürgergruppe möchte den Umbau der Handjerystraße zur Fahrradstraße verhindern. Sie kritisiert, dass direkt betroffene Anwohner vorab nicht beteiligt worden seien. Zudem bestreite sie die Notwendigkeit „der tiefgreifenden Maßnahmen“. Wird die Handjerystraße umgebaut, fallen rund ein Drittel der Parkplätze weg. Fahrradfahrer haben dann Vorrang, es gilt Tempo 30.

Die Anwohnergruppe sieht zudem ein Sicherheitsrisiko für mobilitätseingeschränkte Menschen und Kinder, wenn mehr Fahrradfahrer die Handjerystraße frequentieren. „Die Bürgergruppe strebt eine Planung an, die die unterschiedlichen Besorgnisse sowohl der AnwohnerInnen als auch der VerkehrsteilnehmerInnen widerspiegelt“, heißt es in einer nun veröffentlichten Stellungnahme.

Der Bezirk Tempelhof-Schöneberg setzt die Umsetzung indes ungehindert fort. Der erste Bauabschnitt soll im Herbst dieses Jahres umgesetzt werden. Der Beschluss für die Fahrradstraße stammt schon aus dem Jahr 2015, seit Anfang Juli 2018 gilt zudem das Berliner Mobilitätsgesetz, das eine fahrradfahrerfreundlichere Stadt fordert.