Schöneberg

Park soll nach Komponistin Ursula Mamlok benannt werden

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Die Berliner Komponistin Ursula Mamlok starb im Jahr 2016 in Berlin.

Die Berliner Komponistin Ursula Mamlok starb im Jahr 2016 in Berlin.

Foto: BM

Die kleine Rasenfläche an der Gleditschstraße in Schöneberg soll in Zukunft den Namen „Ursula-Mamlok-Park“ tragen.

Berlin. Tempelhof-Schöneberg möchte die jüdische Komponistin Ursula Mamlok (1923-2016) mit einem nach ihr benannten Ort ehren. Das hat die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) kürzlich auf Antrag von Grünen und SPD beschlossen. Ausgewählt wurde der kleine Park entlang der Gleditschstraße östlich vom Winterfeldtplatz in Schöneberg.

In Berlin geboren, lebte Ursula Mamlok, eine der führenden Vertreterinnen der US-Avantgarde-Musik, zunächst in der Motzstraße in Schöneberg. Ganz in der Nähe des Hauses, in dem sie ihre Kindheitstage verbrachte, befindet sich der kleine Park. Gemeint ist ausschließlich die Rasenfläche. Der angrenzende Spielplatz bleibt namenlos.

Im Alter von 17 Jahren zog Mamlok nach New York

Mamlok besuchte zunächst das Fürstin-Bismarck-Lyzeum (heute Sophie-Charlotte-Oberschule) in Charlottenburg. Bereits in jungen Jahren erhielt sie Kompositionsunterricht bei Gustav Ernest. Als jüdisches Mädchen musste sie 1939 die Schule verlassen. Ein Jahr später floh Mamloks Familie aus dem von Nationalsozialisten regierten Deutschland und ließ sich in Ecuador nieder. Mit 17 Jahren und vollkommen allein zog Ursula Mamlok nach New York, weil sie an der Mannes School of Music angenommen worden war.

1947 heiratete sie Dwight Mamlok. Insgesamt 40 Jahre unterrichtete sie Komposition an der Manhattan School of Music, der New Yorker und der Temple University. Zu ihren bekanntesten Schülerinnen zählte die Komponistin und Dirigentin Tania León. Nach dem Tod ihres Mannes kehrte Mamlok 2006 nach Berlin zurück. Zehn Jahre später stirbt sie und wird auf dem Jüdischen Friedhof Weißensee beigesetzt.

SPD und Grüne wollen mehr Plätze und Straßen nach Frauen benennen

„Ursula Mamloks Biographie steht für eine Generation jüdischer Kinder und Jugendlicher, für die der Rassenwahn der Nazis keinen Platz in Deutschland ließ“, erklärt Bertram von Boxberg, kulturpolitischer Sprecher der Fraktion der Grünen in Tempelhof-Schöneberg. Geehrt werde zudem eine „starke Frau“, die ihren Traum, Komponistin zu werden, „mutig verfolgte“. Die Dwight und Ursula Mamlok-Stiftung hat eine Übersicht über ihre Werke auf einer Webseite zusammengetragen.

Grüne und SPD haben ihrer Zählgemeinschaftsvereinbarung festgelegt, bei Namensvergaben stets Frauen zu bevorzugen. Bisher ist die große Mehrheit der Straßen und Plätze in Berlin nach Männern benannt.