Tempelhof-Schöneberg

Bezirk will digitale Parkraumüberwachung testen

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Mit der digitalen Parkraumüberwachung wird die Arbeit vieler Ordnungsamtsmitarbeiter vereinfacht. Statt zu Fuß die einzelnen Fahrzeuge zu kontrollieren, überprüfen Scan-Fahrzeuge, ob fürs Parken bezahlt wurde.

Mit der digitalen Parkraumüberwachung wird die Arbeit vieler Ordnungsamtsmitarbeiter vereinfacht. Statt zu Fuß die einzelnen Fahrzeuge zu kontrollieren, überprüfen Scan-Fahrzeuge, ob fürs Parken bezahlt wurde.

Foto: Massimo Rodari

Ob ein Parkticket hinterlegt wurde, wird anhand des Nummernschildes ersichtlich. Andere Berliner Bezirke testen die Technik bereits.

Berlin. Der Bezirk Tempelhof-Schöneberg will die Parkraumüberwachung digitalisieren. Zumindest testweise. Mithilfe eines Scan-Fahrzeugs können Nummernschilder von geparkten Fahrzeugen ausgelesen und so überprüft werden, ob fürs Parken bezahlt wurde. Tickets werden durch Autofahrer vorab digital erworben. Getestet werden soll das Ganze in einer der bald in Tempelhof neu eingerichteten Parkzone. Sowohl für Autofahrer als auch Kontrolleure bietet das Verfahren Vorteile.

Orientierung geben der Bezirk Mitte, wie es im kürzlich beschlossenen Antrag von SPD und Grünen heißt, und Friedrichshain-Kreuzberg. Dort haben die Bezirksämter die digitale Parkraumüberwachung bereits angeschoben und Testläufe begonnen. Dachaufbauten auf den sogenannten „Scan-Cars“ lesen die Nummernschilder aus. Nur wer seines vorab per Smartphone-App – möglich ist auch weiterhin ein stationärer Automat – hinterlegt hat, wird in der Datenbank erfasst. Wer dort nicht auftaucht, bekommt das Knöllchen nach Hause.

Gesetzliche Hürden verhindern digitale Parkraumkontrolle

Doch noch verhindern gesetzliche Hürden, dass die digitale Parkraumüberwachung eingeführt wird. Eine Hürde ist das Thema Datenschutz, eine andere die Straßenverkehrsordnung, die auf Bundesebene angepasst werden muss. Der Koalitionsvertrag zwischen SPD, Grünen und FDP enthält jedoch das Ziel, die digitale Parkraumkontrolle zu ermöglichen.

Dass die gesetzlichen Voraussetzungen noch fehlen, weiß man auch bei den antragstellenden Parteien, wie Bertram von Boxberg, Sprecher für Ordnungsamtsangelegenheiten der Grünen-Fraktion in Tempelhof-Schöneberg, sagt. „Der Sinn unseres Antrags ist, die digitale Parkraumüberwachung schon mit der Einrichtung neuer Parkzonen mitzudenken.“ Das Bezirksamt sei nun erst einmal aufgefordert zu erörtern, welche technischen Voraussetzungen nötig sind.

Digitale Kontrolle benötigt weniger Personal

Für von Boxberg hat dieser digitale Weg klare Vorteile. „Im Grunde vereinfachen wir damit die Kontrollen und erhöhen die Kundenfreundlichkeit, weil Autofahrer nicht länger zum Parkautomaten laufen müssen“, so von Boxberg. Parkautomaten müsste es aber weiterhin geben, für alle, die das digitale Parkticket nicht kaufen können oder wollen.

Da nur ein Fahrer oder eine Fahrerin für das sogenannte „Scan-Car“ benötigt wird, wird auch deutlich weniger Personal benötigt. Mithilfe des Scan-Prozesses werden gleichzeitig weit mehr Fahrzeuge pro Stunde erfasst.

In Berlin gibt es bereits Anbieter für digitale Parktickets. Mit der Smartphone-App „Park Now“ beispielsweise können Tickets bargeldlos über die App gekauft werden. Verlangt wird mindestens eine monatliche Gebühr. Dafür müssen Autofahrer eine Parkplakette an der Windschutzscheibe ihres Autos hinterlegen. Will der Kontrolleur wissen, ob ein gültiges Ticket hinterlegt ist, erkennt er dies an der Plakette und überprüft daraufhin das Kennzeichen des Autos. Dieses Angebot gilt für bestimmte Partnerparkhäuser sowie am Straßenrand.