Benennung

Neuer Versuch, einen „Mali-und-Igel-Platz“ zu schaffen

Mali und Igel alias Amalie Rothaug und Else Conrad betrieben in den 20er-Jahren den Damenclub „Monbi jou des Westens”/ „Mali und Igel“.

Mali und Igel alias Amalie Rothaug und Else Conrad betrieben in den 20er-Jahren den Damenclub „Monbi jou des Westens”/ „Mali und Igel“.

Foto: Isai Hernandez / epd

Im ersten Anlauf scheiterte die Bezirkspolitik, eine Fläche in Schöneberg nach Mali und Igel, zwei Frauen der Lesbenbewegung, zu benennen.

Berlin. Vom öffentlichen Straßenland zur Grünfläche: Damit die kleine Fläche zwischen Apostel-Paulus-Straße, Münchener Straße und Salzburger Straße in Schöneberg doch noch „Mali-und-Igel-Platz“ benannt werden kann, soll das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg prüfen, ob eine Umwidmung möglich ist. Die Bezirksverordneten haben einen Antrag von Grünen und SPD beschlossen, der dies fordert. „Wir müssen ein bisschen kreativ sein“, sagt SPD-Fraktionsvorsitzende Marijke Höppner.

Denn im ersten Anlauf war es nicht gelungen, die Fläche nach Amalie Rothaug (Mali) und Else Conrad (Igel), zwei Frauen der Berliner Lesbenbewegung, zu benennen. Da die Fläche bereits als öffentliches Straßenland ausgewiesen ist, also als Straße gilt, lässt sich eine Namensänderung nicht so einfach herbeiführen, hatte das Bezirksamt argumentiert. Eine Umbenennung von Straßen ist nur möglich, wenn beispielsweise eine Doppel- oder Mehrfachnennung vorliegt. Dies ist hier jedoch nicht der Fall.

Mali und Igel, zwei Frauen der Berliner Lesbenbewegung

Sollte das Bezirksamt zu dem Ergebnis kommen, dass der Umwidmung nichts im Weg steht, soll diese so schnell wie möglich umgesetzt werden und die Benennung des Platzes in „Mali-und-Igel-Platz“ erfolgen, wie es im Antrag heißt.

Mali und Igel betrieben in den 20er-Jahren den berlinweit bekannten Damenklub „Monbi jou des Westens”/ „Mali und Igel“. Sie machten auch deshalb von sich reden, weil sie sich nach Schließung ihres Clubs durch die Nazis weiter in der lesbischen Subkultur engagierten.

Laut Marijke Höppner hat das Bezirksamt aber bereits angedeutet, die ausgesuchte Fläche könnte für eine Umwidmung zu klein sein. Das werde jedoch erst überprüft. „Wir finden in Schöneberg keine andere Fläche mehr, die noch nicht benannt ist“, begründet Höppner das Engagement der BVV.