Coronavirus

Tempelhofer Friseur klagt gegen 2G-Regel in Salons

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Ein Berliner Friseur will auch ungeimpfte Kunden bedienen dürfen. Trotz geplanter Lockerungen soll in Salons weiter die 2G-Regel (genesen, geimpft) gelten.

Ein Berliner Friseur will auch ungeimpfte Kunden bedienen dürfen. Trotz geplanter Lockerungen soll in Salons weiter die 2G-Regel (genesen, geimpft) gelten.

Foto: Armin Weigel / dpa

Der Friseur fordert, Salons mit Restaurants gleichzustellen und den Zugang auch für Ungeimpfte zu gestatten.

Berlin. Ein Friseur aus Tempelhof hat am Freitag per Eilantrag Klage beim Verwaltungsgericht Berlin gegen die 2G-Regelung in Friseur-Salons eingereicht. Chris Exner vom Salon „Kluge Junx“ fordert, dass Friseure und andere körpernahe Dienstleistungen mit Restaurants gleichgestellt werden. Während laut Beschluss von Bund und Ländern der Zugang zur Gastronomie ab dem 4. März hin zur 3G-Regel (geimpft, genesen oder getestet) gelockert wird, soll es für Friseure noch keinen erleichterten Zugang geben.

Laut Chris Exner befördere man so Schwarzarbeit unter den Friseuren. Ungeimpfte würden fernab der Salons privat bedient werden, habe er beobachtet. „Friseursalons sind die einzig sichere und vernünftige Alternative zur unkontrollierten, undokumentierten Schattenwirtschaft. Unverständlich bleibt daher, dass in Berlin weiter auf 2G bestanden wird“, sagt Exner. Dabei verfügten Salons über „verlässliche und bewährte Hygiene-Konzepte“.

Kein Freedom-Day für Friseure und ihre Kunden

Für Exner jedoch bedeute die 2G-Regelung Umsatzeinbußen, da er einige seiner Stammkunden nun schon länger nicht bedienen dürfe. Dass beim 20. März bereits von einem „Freedom Day“ gesprochen wird – viele der coronabedingten Einschränkungen sollen dann zurückgenommen werden – hält Exner für übertrieben. „Körpernahe Dienstleistungen werden dabei gar nicht berücksichtigt.“

Exner ist Mitglied der bundesweiten Initiative „Friseure in Not“, die im vergangenen Jahr erreichte, dass Friseure vom Lockdown ausgenommen wurden und weiter geöffnet bleiben durften. Vertreten wird Exner von einem Anwalt der Wild Beauty GmbH, die Haarpflegeprodukte vertreibt. Das Unternehmen unterstützt den Kläger auch finanziell und beteiligt sich ebenfalls an der bundesweiten Bewegung „Friseure in Not“.

2G-Regel im Einzelhandel aufgehoben

Das Verwaltungsgericht Berlin muss nun darüber entscheiden, ob die 2G-Regel in Friseur-Salons rechtens ist. Auf Nachfrage der Berliner Morgenpost am Freitag teilte ein Sprecher mit, dass der Antrag zum Eilverfahren bei der zuständigen 11. Kammer (Aktenzeichen VG 11 L 156/22) eingegangen ist. „Wann eine Entscheidung ergeht, ist aktuell nicht absehbar“, so der Sprecher.

In anderen Bereichen des öffentlichen Lebens wird seit diesem Freitag gelockert. So ist etwa die 2G-Regel im Einzelhandel aufgehoben. Dafür gilt eine FFP2-Masken-Pflicht. Die Regel wird auch in Museen, Galerien, Gedenkstätten sowie dem Berliner Zoo mit dem Aquarium, dem Tierpark und dem Botanischen Garten abgeschafft.