Schöneberg

Kleist-Park wird nach historischem Vorbild saniert

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Blick durch den Heinrich-von-Kleist-Park. Im Hintergrund ist das Kammergericht zu sehen, das den Park an der Elßholzstraße säumt.

Blick durch den Heinrich-von-Kleist-Park. Im Hintergrund ist das Kammergericht zu sehen, das den Park an der Elßholzstraße säumt.

Foto: Sascha Steinach / picture alliance / ZB

Die umfangreiche Sanierung des Kleist-Parks soll im Oktober mit Rodungsarbeiten beginnen. 2,5 Millionen stehen für die Arbeiten bereit.

Berlin. Der denkmalgeschützte Heinrich-von-Kleist-Park in Schöneberg soll umfangreich saniert werden. Insgesamt 2,5 Millionen Euro stehen dafür bereit. Der Park soll mit Neupflanzungen und neuen Wegeverbindungen in seiner historischen Erscheinung wieder hergestellt werden. In einem für Interessierte offenen Webinar stellte das Straßen- und Grünflächenamt Tempelhof-Schöneberg gemeinsam mit dem beauftragten Landschaftsarchitekten am Mittwochabend eine erste Entwurfsplanung vor.

„Ziel der Parksanierung ist es, die historische Gestaltung des Parks wieder erlebbar zu machen und dabei den aktuellen Anforderungen an die Grünanlage gerecht zu werden“, erklärte das Grünflächenamt in der Ankündigung zum Webinar. Mit der Historie vereinbart werden müssten jedoch die heutige Nutzung des Parks sowie funktionale Aspekte wie Barrierefreiheit und Bewässerung.

Kleist-Park ist seit 1995 ein Gartendenkmal

Seit 1995 ist das Gartendenkmal aus der Nachkriegszeit geschützt. Das Gelände war 1945 nach den Plänen des Gartenarchitekten Georg Pniower für den Alliierten Kontrollrat angelegt worden. Der Fokus der Sanierung liegt deshalb auf dem Erhalt der historischen Gestaltung mit dem Baumbestand, dem zentralen, ovalen Rasenstück und dem Eingangsbereich an den Königskolonnaden an der Potsdamer Straße. Letztere bildeten einst den Eingang zur Stadt Berlin und wurden 1910 von der Königsbrücke am Alexanderplatz in den Park versetzt.

Bis 1906 befand sich auf dem heutigen Parkareal der Botanische Garten. Ende des 19. Jahrhunderts galt dieser jedoch als zu klein und zog nach Dahlem in Steglitz-Zehlendorf um. Zum Kleistpark gehören neben den Königskolonnaden als zentrale Bauten auch das Kammergericht sowie die Statuen der Rossebändiger.

Staudenband entlang des Rasenovals soll wieder hergestellt werden

Wie Eva Zerjatke von Henningsen Landschaftsarchitekten am Mittwoch erläuterte, habe man den Park für die Umgestaltung in verschiedene Bereiche unterteilt. Von den Planern als Kammergärten bezeichnete Bereiche meinen die Grünanlagen nördlich und südlich des Kammergerichts. Während die südliche Fläche weiterhin als Liegewiese genutzt werden und auch eine Hundeauslauffläche und neue Wege bekommen soll, soll der nördliche Kammergarten ein Ort der Erholung mit Schachtischen werden. In beiden Bereichen sollen neue Bäume ergänzt werden. Aufgrund der begrenzten Mittel, so Zerjatke, sei es jedoch möglich, dass der nördliche Kammergarten nicht mehr finanziert werden kann.

Im Bereich des zentral gelegenen Rasenovals liegt der Fokus auf den Erdwällen, die sich daran anschmiegen. Vorhandene Bäume bleiben erhalten. Das einstige Staudenband – heute durch viele wilde Aussaaten teilweise nicht mehr gut erkennbar – soll wiederhergestellt und mit verschiedenen blühenden Pflanzen gestaltet werden. „Dabei werden einige Eiben entnommen, andere werden zurückgeschnitten“, so Eva Zerjatke. Beide Erdwälle bekommen Sitzpodeste und Treppen, von denen aus der Blick über die Rasenfläche möglich ist.

Im gesamten Kleist-Park werden Sitzbänke ergänzt

An den Kolonnaden sind vor allem Schmuckpflanzungen geplant. Neben Rosen und Geranien werden Sorten genutzt, die klimaresistenter sind, darunter Kräuter. Im gesamten Park werden Sitzbänke ergänzt. Direkt vor dem Kammergericht werden Hecken und Bäume neu gepflanzt.

In der Planung enthalten ist auch ein Bewässerungssystem. Im Bereich der Beete wird mit einer Tröpfchenbewässerung gearbeitet, auf den Rasenflächen mit Sprenklern und Regnern. Trinkwasser müsse dafür nicht verwendet werden, im Park befindet sich ein Tiefbrunnen.

Sanierung soll bis Ende 2023 abgeschlossen sein

Die letzte Sanierung habe der Kleist-Park 2008/09 erfahren, wie Hardy Buhl vom Grünflächenamt des Bezirks berichtete. Damals waren der Zugang zur Grunewaldstraße angelegt und die Wege saniert worden. Nun bräuchten die Vegetations- und Wegeflächen erneut Pflege. Weil in der Bevölkerung häufig sensibel auf Rodungs- und Fällarbeiten reagiert werde, nahm Buhl am Mittwoch schon einmal vorweg, dass auch im Zuge der Kleist-Park-Sanierung Pflanzen entnommen würden. „Zum Teil werden Pflanzen aber auch lediglich versetzt“, so Buhl. Kurz vor Ende der Arbeiten würden dann die Neupflanzungen stattfinden.

Der Zeitplan sieht vor, im Oktober 2022 mit den Rodungsarbeiten zu beginnen. Ende 2023 sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein.

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