Ausblick 2022

Das sind die wichtigsten Themen im neuen Jahr

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Die Ausweitung der Parkzonen wird in Tempelhof-Schöneberg eines der zentralen Verkehrsprojekte.

Die Ausweitung der Parkzonen wird in Tempelhof-Schöneberg eines der zentralen Verkehrsprojekte.

Foto: dpa Picture-Alliance / Monika Skolimowska

Tempelhof-Schönebergs Stadträtinnen und Stadträte berichten in Kurzinterviews von ihren wichtigsten Aufgaben im Jahr 2022.

Berlin. Ein neues Jahr und damit neue Aufgaben und Projekte für die Politik. Auch die Wahlen im vergangene Herbst haben die Karten in den Bezirken zum Teil neu gemischt. Die Berliner Morgenpost hat Tempelhof-Schönebergs Stadträtinnen und Stadträte gefragt, welche Themen den Bezirk in den nächsten zwölf Monaten bewegen werden.

Angelika Schöttler (SPD), Stadträtin für Stadtentwicklung und Facility Management und stellvertretende Bezirksbürgermeisterin:

„Stadtentwicklung und Facility Management decken gemeinsam wesentliche Entwicklungsbereiche in der wachsenden Stadt Berlin ab. Das bedeutet für mich, den Wohnungsbau voranzubringen sowie den Bedarf an sozialer Infrastruktur dafür bereitzustellen, dem vielfältig vorhandenen Gewerbe ausreichend Raum und den Betrieben entsprechende Planungssicherheit zu geben und in Bezug auf eine gute Verwaltung beziehungsweise Infrastruktur die eigenen Gebäude zu sanieren und bedarfsgerecht neue Gebäude zu errichten.

Beim Wohnungsneubau will ich am Lichterfelder Ring zusammen mit der Degewo die planungsrechtlichen Voraussetzungen für eine siedlungsnahe Nachverdichtung schaffen. An der Röblingstraße kombinieren wir in der Gebietsentwicklung das Wohnen mit der Schaffung eines neuen Gewerbestandortes. Während der Schwerpunkt im nördlichen Teil des ehemaligen Güterbahnhofs Mariendorf im Geschosswohnungsbau liegt, soll im südlichen Teil an der Attilastraße gezielt das Gewerbe entwickelt werden.

Beispielhaft – auch vorstellbar für andere Berliner Bezirke – möchte ich hierbei das „Handwerkerhaus“ nennen. Ebenfalls zur Stärkung des Gewerbes kann ich die Neubauplanung der GSG am Sachsendamm und an der Geneststraße aufzählen. Das dafür notwendige Bebauungsplanverfahren läuft bereits.

Das Stadtumbaugebiet „Neue Mitte Tempelhof“ umfasst das gesamte Spektrum meiner Abteilung. Zusammen mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung ist dort nicht nur der ergänzende Verwaltungsneubau geplant, in dem Stadtumbaugebiet sollen neue Wohnungen entstehen sowie mit dem Umzug der Polizei und der Bibliothek die Infrastruktur neu gegliedert werden. Gerade vom Umzug der Bibliothek mit dem geplanten Neubau direkt am Tempelhofer Damm erhoffe ich mir eine zukünftige Stärkung dieses zentralen Bereichs als neuen Kultur- und Verwaltungsstandort.

Voraussichtlich im Frühjahr dieses Jahres werden die Maßnahmen zu Umbau, Sanierung und Erweiterung des Kinder- und Jugendhauses Mariendorf abgeschlossen. Zum Ende des vergangenen Jahres konnten endlich Unternehmen für die Ausführung der letzten noch ausstehenden Gewerke vertraglich gebunden werden, sodass derzeit mit einer Fertigstellung des KiJuM bis Ende April 2022 und einem Nutzungsbeginn im Mai zu rechnen ist.

Weiterhin werden die laufenden Projekte des Neubaus der Gustav-Heinemann-Oberschule sowie Sanierung, Umbau und Erweiterung des Luise-Henriette-Gymnasiums das neue Jahr maßgeblich prägen, auch wenn diese über 2022 hinaus fortgeführt werden. Ein Großteil der Ressourcen des bauenden Bereiches wird in diesem Jahr in der Bauunterhaltung und im investiven Bereich in der Fortführung der Schulbauoffensive gebunden sein. Derzeit befinden sich acht Schulsanierungen in verschiedenen Verfahrensständen in Bearbeitung.“

Saskia Ellenbeck (Grüne), Stadträtin für Ordnung, Straßen, Grünflächen, Umwelt und Naturschutz:

„In 2022 werden wir mit Hochdruck daran arbeiten, in allen Bereichen die offenen Stellen zu besetzen. Insbesondere wird es darum gehen, den derzeit notleidenden Fachbereich „Straßen“ zukünftig so aufzustellen, dass wir in eine echte Umsetzungsphase des Mobilitätsgesetzes kommen. Parallel werden wir einige lange geplanten Projekte in die Umsetzung bringen können.

Im Verkehrsbereich ist das die Einrichtung neuer Parkraumbewirtschaftungszonen, zunächst in dem Gebiet rund um den Tempelhofer Damm und dann sukzessive weitere Zonen innerhalb des S-Bahnrings bis Ende 2023. Die Nord-Süd-Pendlerachse von Alt-Mariendorf bis zum Ring wird auf dem Tempelhofer Damm und dem Mariendorfer Damm eine geschützte Radspur erhalten und in Friedenau wollen wir die Fahrradstraße Handjerystraße umsetzen. Im Bereich Ordnung werden wir die begonnene Schwerpunktsetzung auf die Überwachung des ruhenden Verkehrs im Sinne der Verkehrssicherheit weiter ausbauen.

Im Bereich Grünflächen werden wir die Planungen zur denkmalgerechten Sanierung des Kleistparks, der Marienhöhe und des Volksparks Mariendorf weiter vorantreiben.

Im Bereich Umwelt und Naturschutz werden wir einige tolle neue Umweltbildungsangebote fördern und koordinieren, beispielsweise gemeinsam mit dem Projektträger LIFE e.V. und der Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz einen Klimazirkus am Tempelhofer Feld. Zudem möchte ich gemeinsam mit dem Amt das Thema Klimaschutz und -anpassung als Thema der Umweltbildung, aber auch als bezirkliche Querschnittsaufgabe auf die Agenda setzen.“

Tobias Dollase (parteilos, für CDU), Stadtrat für Schule, Sport, Bildung und Kultur:

„Wir erwarten, dass bis zum Sommer Container an den Standorten der Löcknitz-, Annedore-Leber- und Schätzelberg-Grundschule aufgestellt werden können. Sie sind nötig, um die Schulplatzkapazitäten zu erweitern. Das sind Prozesse, die angeschoben wurden, um schnell den Mehrbedarf decken zu können. An der Georg-Büchner-Gymnasium in Lichtenrade gibt es eine Sporthalle, die wegen eines Wasserschadens dringend saniert werden muss. Wir hoffen, dass diese dringend benötigte Sporthalle bis nach den Sommerferien wieder genutzt werden kann.

In diesem Jahr sollen die Sporthalle in der Wiesbadener Straße, das Kunststoffrasengroßspielfeld und die Leichtathletikanlage sowie die Trainingsanlagenbeleuchtung, die Beregnungsanlage und die Ballfangzäune erneuert werden. Die Fertigstellung soll im Sommer 2022 sein. Dasselbe gilt für die Sportanlage an der Teske Schule in der Ella-Barowsky-Straße. Dort soll bis Ende März der Kunstrasenplatz erneuert worden sein. Auch Sanitätscontainer sollen aufgestellt werden.

Auch im Bereich Weiterbildung und Kultur läuft sehr viel. Trotz Pandemie. Dass wir die Bibliotheken offenhalten und auch weiterhin spannende Angebote machen, ist ganz wichtig. Gerade in Pandemiezeiten mit nur eingeschränkten Kulturveranstaltungen. Wir schauen, dass sich unsere Angebote gut entwickeln und wir zu jeder Zeit attraktive Angebote unterbreiten können. Wir befinden uns auch gerade bei den Planungen des „Frauen-März““

Oliver Schworck (SPD), Stadtrat für Jugend und Gesundheit:

„Ich werde gleich zu Beginn des neuen Jahres ein für mich zentrales Thema anpacken: den Ausbau der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen im Bezirk. Mit dem Kinder- und Jugendparlament gehen wir bereits seit vielen Jahren gute Schritte in diese Richtung. Das reicht aber nicht aus. Deshalb habe ich jetzt zu einem Workshop eingeladen, in dem wir mit externer Unterstützung Verfahren und Instrumente entwickeln können, die Kinder und Jugendliche grundsätzlich beteiligen, wenn es ihre Lebensrealität betrifft. Diese Beteiligungsformate gehen über das Antragsrecht des Kinder- und Jugendparlaments in der BVV hinaus und sollen strukturell in der Verwaltung und in der Bezirkspolitik verankert werden.

Im Jahr 2022 wird mich außerdem weiterhin die Pandemie beschäftigten, insbesondere die Bearbeitung der Folgen von Schul- und Kitaschließungen, fehlenden Bewegungsangeboten und reduzierten Sozialkontakten. Das alles hat nachweislich Spuren bei den Kindern und Jugendlichen hinterlassen. Ich werde die Fachbereiche des Gesundheitsamtes und des Jugendamtes bestmöglich dabei unterstützen, in engem Austausch mit den medizinischen Einrichtungen des Bezirks das Wohl der Kinder und Jugendlichen noch stärker in den Blick zu nehmen und mit allen nötigen Maßnahmen zu unterstützen, unter anderem mit niedrigschwelligen Angeboten der Gesundheitsprävention für Kinder und Jugendliche im gesamten Bezirk.

Die Pandemie hat auch gezeigt, dass Menschen, die bereits vor den Corona-Einschränkungen nur mit Mühe die Herausforderungen des Alltags gemeistert haben, umso dringender auf Unterstützung angewiesen sind. Der Erhalt und Ausbau von Kontakt- und Beratungsangeboten für sucht- und psychisch erkrankte Menschen gehört für mich deshalb ebenfalls zu den zentralen Aufgaben – ganz besonders im Hinblick auf die anstehenden Haushaltsverhandlungen auf Landesebene.“

Matthias Steuckardt (CDU), Stadtrat für Bürgerdienste, Soziales und Senioren:

„Als Stadtrat für Soziales, Bürgerdienste und Senioren möchte ich für das Jahr 2022 insbesondere unser Programm für Seniorinnen und Senioren weiter stärken. Ein schwieriges Jahr liegt hinter uns, in dem es erneut viele Einschränkungen gab, aber auch einige von den Mitarbeitenden der Seniorenarbeit ins Leben gerufene neue Veranstaltungsformate. Mir war dabei besonders wichtig, so viele Angebote und Veranstaltungen zu ermöglichen, wie es pandemiebedingt nur vertretbar war.

Das Programm der Seniorenarbeit ist mehr als nur Unterhaltung: Es bietet den Menschen Bildungsmöglichkeiten, Kontaktpflege und vor allem Teilhabe. Die ehrliche Freude und Dankbarkeit der Menschen sind Antrieb für die Mitarbeitenden der Seniorenarbeit, für unsere zahlreichen Ehrenamtlichen und auch für mich ganz persönlich.

Den erfolgreichen Kurs unserer bezirklichen Seniorenarbeit möchte ich auch in Zukunft fortsetzen und, sofern es die Pandemielage zulässt, mit neuen wie bewährten Veranstaltungsformaten richtig durchstarten.“