Umwelt

Lichtenrade: Forstbetrieb fällt Bäume am Kirchhainer Damm

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Dieses Foto entstand nach den Fällarbeiten. Es zeigt die betroffenen Bäume links und rechts eines Weges.

Dieses Foto entstand nach den Fällarbeiten. Es zeigt die betroffenen Bäume links und rechts eines Weges.

Foto: Christian Zander

Mit dem Eingriff soll das Herabfallen toter Äste und morscher Bäume verhindert werden.

Berlin. Der Schutz der Bäume liegt vielen Berlinern am Herzen. Als es vor einigen Wochen im Wäldchen am Kirchhainer Damm in Lichtenrade zu Fällarbeiten kam, reagierten deshalb viele Anwohnende empört. Gemeinsam mit dem CDU-Abgeordneten Christian Zander sowie seinem Parteikollegen und Bezirksverordneten Hagen Kliem hatten sich kurz darauf ein gutes Dutzend Lichtenrader zu einer Begehung getroffen. Zu diesem Treffen nicht eingeladen, waren die Berliner Forsten, die die Arbeiten in Auftrag gegeben hatten. Auf Nachfrage erklärte der landeseigene Betrieb nun, dass es sich dabei um wichtige Verkehrssicherungsmaßnahmen handelte.

Entlang der Waldwege wurden tote oder nicht mehr tragfähige Äste sowie nicht mehr standsichere Bäume gefällt. Die Arbeiten konnten noch vor Weihnachten beendet werden. „Dabei ging es um Gefahrenabwehr“, so Peter Harbauer, Sprecher der Berliner Forsten. Die rasante Dynamik des Klimawandels führe zu Vitalitätsverlusten und zum Teil schwer kalkulierbaren Folgeschäden an allen Baumbeständen. „Gerade in den hochfrequentierten Bereichen des Berliner Erholungswaldes müssen wir darauf reagieren und aktiv dafür sorgen, dass für Waldbesuchende keine Gefahr durch das Umstürzen von Bäumen, Windwurf oder Windbruch ausgeht“, so Harbauer.

Viele Bäume als nicht standsicher eingestuft

Um auch die schwachen Bäume zu erreichen, die mitten im Waldgebiet stehen, habe man mithilfe einer Maschine Waldarbeitswege in das Gebiet geschnitten. „Das hinterlässt natürlich Spuren“, so Harbauer. Er gibt zu bedenken, dass es sich bei diesen maschinengeschaffenen Wegen nicht um Waldwege handelt, diese also nicht betreten werden sollten. Sollten sich noch Äste auf den Waldwegen befinden, würden diese noch entfernt.

Den Fällarbeiten sei eine Begutachtung durch den zuständigen Revierleiter vorausgegangen. Dabei sei festgestellt worden, „dass zahlreiche Bäume nicht mehr als standsicher eingestuft werden konnten“, so Harbauer weiter. Die betroffenen Bäume hätten Wurzel- und Stammschäden aufgewiesen, die als Folge der Dürrejahre insbesondere von 2018 bis 2020 durch Pilze und Insekten entstanden seien, sowie Risse und Beeinträchtigungen durch Wind und Stürme. „Oftmals zeigen die Bäume erst kurz nach dem Laubaustrieb, dass sie ein tieferliegendes Problem haben – nämlich Fäule.“ Das bedeute jedoch nicht, dass alle betroffenen Bäume auch entfernt werden müssten. Naturgemäß werde auch Totholz und Abwurf im Wald belassen.

Jungbäume im Unterholz verdichten den Wald

Die entnommenen Bäume müssten nicht durch Ersatzpflanzungen ersetzt werden, da im Unterwuchs permanent etliche junge Bäume nachwachsen würden. Diese bekämen durch die Entnahme der kranken Bäume nun mehr Licht und könnten so besser wachsen. Wo das nicht der Fall ist, unterstütze man diesen Prozess der sogenannten Naturverjüngung.

Da die Aktion an der Grenze zu Brandenburg ganz ohne Ankündigung der Bürger vonstatten gegangen war, seien viele Anwohnende überrascht worden, sagt Christian Zander, selbst in Lichtenrade zu Hause. „Viele leben dort schon sehr lange und haben so etwas noch nicht miterlebt“, so Zander. „Die Menschen fürchten schnell, dass unsachgemäß gearbeitet wird.“