Corona in Berlin

Gesundheitsstadtrat Schworck plädiert für Impfpflicht ab 50

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Tempelhof-Schönebergs Gesundheitsstadtrat Oliver Schworck (SPD) fordert auch ein Impfzentrum im Süden Berlins.

Tempelhof-Schönebergs Gesundheitsstadtrat Oliver Schworck (SPD) fordert auch ein Impfzentrum im Süden Berlins.

Foto: Jörg Krauthöfer / FUNKE Foto Services

Menschen ab 50 erleiden häufiger schwere Corona-Verläufe. Eine flächendeckende Impfpflicht sei zunächst nicht nötig, sagt Schworck.

Berlin. Das Coronavirus bestimmt wieder große Teile des öffentlichen Lebens. War eine Impfpflicht vor einigen Monaten noch nahezu undenkbar, liegt dieser Schritt heute nicht mehr in weiter Ferne. Auch Tempelhof-Schönebergs wiedergewählter Gesundheitsstadtrat Oliver Schworck (SPD) hat sich gegenüber der Berliner Morgenpost für eine Impfpflicht ausgesprochen – jedoch zunächst nur für die ab 50-Jährigen.

Menschen ab 50 Jahren landen laut Robert-Koch-Institut (RKI) mit einer Covid19-Erkrankung deutlich häufiger auf der Intensivstation als Menschen, die jünger sind. „Ab diesem Alter wird es problematisch“, sagt Schworck. Die „Zögerlichkeit“ der Politik bei der Einführung der Impfpflicht könne er nicht verstehen. „Es handelt sich um einen Eingriff in die körperliche Unversehrtheit. Man kann die Menschen aber nicht weiterhin einsperren.“

Auch in Tempelhof-Schöneberg will man dazu beitragen, das Impftempo zu erhöhen. Jedoch richten sich Impfkampagnen zunächst ausschließlich an Bewohner von Flüchtlingsunterkünften, so Schworck. Durch gezielte Besuche der verschiedenen Unterkünfte im Bezirk habe man bislang etwa 300 Menschen impfen können. „Unsere Erfahrung ist, dass Menschen aus anderen Kulturen mehr Beratung brauchen“, sagt Schworck. Wichtig sei, die Menschen dort zunächst in ihrer Muttersprache über die Impfungen und mögliche falsche Gerüchte aufzuklären.

Schworck (SPD) fordert Impfzentrum im Süden Berlins

„Wir hören von den Menschen immer wieder, sie hätten Gerüchte über Impotenz und Organschäden gehört.“ Nach einem Beratungsgespräch entschieden sich die meisten für die Impfung. „Die Nachfrage wird nun so groß, dass wir diese aufsuchenden Impfaktionen deutlich steigern wollen“, sagt Schworck.

Zu Impfaktionen für alle gebe es derzeit noch keine konkreten Pläne. „Wir brauchen solche Aktionen aber durchaus – noch mehr als im Sommer“, sagt Schworck. Die Menschen draußen in der Kälte warten zu lassen, wolle er jedoch vermeiden. „Ich fordere deshalb von der Senatsgesundheitsverwaltung, ein weiteres Impfzentrum im Süden Berlins einzurichten“, so Schworck. Im Süden deshalb, weil dort keines der großen Impfzentren zu finden ist.